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29.09.2017

White Turf: St. Moritz verschärft Sicherheitsvorkehrungen rund um Eisrennen

Nach dem Tod eines Rennpferdes beim diesjährigen White Turf kündigt der Veranstalter für das kommende Jahr ein umfassendes Vorkehrungspaket an. So sollen u.a. Drohnen und Infrarotkameras Risse im Eis zeitnah erkennen lassen.

Infrarotkameras und Radarmessgeräte sollen künftig für eine verbesserte Sicherheit von Pferd und Reiter beim White Turf sorgen. © White Turf
Infrarotkameras und Radarmessgeräte sollen künftig für eine verbesserte Sicherheit von Pferd und Reiter beim White Turf sorgen.
© White Turf
Der Unfall sorgte für großes mediales Echo und tiefe Bestürzung bei Pferde- und Rennsportfreunden. Am dritten Renntag kam 150 m vor dem Ziel eine Gruppe von Pferden zu Sturz. Der achtjährige Wallach Boomerang Bob brach sich dabei beide Vorderbeine und musste noch auf der Strecke vom Tierarzt erlöst werden. Sein Reiter George Baker wurde per Helikopter ins Krankenhaus geflogen, kam jedoch ohne ernsthafte Verletzungen davon.

Nachfolgende Untersuchungen ergaben, dass sich infolge hoher Temperaturunterschiede ein Riss im Eis gebildet hatte. Das dadurch aufsteigende Wasser hatte für eine Unterspülung des Geläufs gesorgt, die durch die kompakten Schneedecke aber nicht zu erkennen war. Unter dem Gewicht der Pferde gab der Boden nach und löste den Sturz des in Führung liegenden Pferdes aus.

In den vergangenen Jahren hatten Trainer, Jockeys und Rennstallbesitzer zunehmend die schlechter werdenden Bedingungen beim Traditionsrennen in St. Moritz kritisiert. Maßgeblichen Anteil daran hatte das Wetter. Mal ließen Wärmeinbrüche die Eisdecke dünn werden, dann gab es wieder zu viel Schnee. Die klimatischen Auswirkungen auf den Zustand der Rennbahn besser in Echtzeit evaluieren zu können, hat man sich deshalb als wichtigstes Ziel für den White Turf 2018 gesetzt. Helfen sollen dabei zusätzlich neue technische Hilfsmittel, wie der Rennverein St. Moritz anlässlich seiner ordentlichen Generalversammlung am Donnerstag mitteilte. „Mittels einer Infrarotkamera, die an einer Drohne befestigt ist, lassen sich zeitnah vor den Rennen Stellen erkennen, an denen möglicherweise Wasser zwischen dem Eis und der Schneedecke hochgestiegen ist. Zudem wird ein Radarmessgerät unmittelbar über Unregelmässigkeiten des Geläufs Aufschluss geben“, erklärte Vorstandspräsident Thomas C. Walther.

Darüber hinaus soll das Gewicht der Bauten und die Ausdehnung der Infrastruktur auf dem zugefrorenen See reduziert und vom Geläuf weiter entfernt platziert werden. Auf diese Weise will man die Spannungsbelastungen minimieren. Dafür wird unter anderem die Fläche des VIP-Bereichs um mehr als zehn Prozent verkleinert und auch eine Tribüne weniger aufgestellt werden.

2018 wird der White Turf bereits zum 111. Mal ausgetragen. Diesmal hoffentlich unter einem besseren Stern.

ps

 
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