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03.10.2017

AWÖ Bundeschampionat: Sieg der Männlichkeit

Das Bundeschampionat des Österreichischen Warmblutpferdes im Pferdezentrum Stadl-Paura stand diesmal ganz im Zeichen der Wallache und Hengste. In sieben von acht geschlechteroffenen Bewerben setzten sich heuer die Herren gegen die weibliche Konkurrenz durch.

Siegerin Bundesjungstuten, vierjährig: Latina v. Lord Leopold © Hans Kraus
Siegerin Bundesjungstuten, vierjährig: Latina v. Lord Leopold
© Hans Kraus
Bereits am Samstag wurden die Champions in den Zuchtbewerbe gekürt. Bei den dreijährigen Stuten schafften es von 18 Bewerberinnen sechs in den Endring. Dort konnte sich die typvolle Lord Perri W-Tochter Corazon durchsetzen. Im Finale brachte es die von Christian Maritschnigg (ST) aus einer Sandreo-Mutter gezogene Braune schließlich auf eine 8,2. Nur eine Zehntelpunkt dahinter platzierte sich Wansara von Bailamos Biolley x Weltenau aus der bewährten Zucht von Alfred Leser (B).

Victoria Max-Theueres Zukunftshoffnung Lord Leopold stellte die Siegerin in der Klasse der Vierjährigen Stuten. Der preisgekrönte Prämienhengst von Lord Sinclair vererbte an seine Tochter Latina nicht nur seinen eleganten Typ, auch im Gangvermögen schlugen sich die Gene des mehrfachen deutschen Bundeschampionatsfinalisten durch. 8,5 gab es im Durchschnitt für die hübsche Dunkelbraune aus der Zucht von Christine Seidl (K) – die reichten für den überlegenen Sieg. Zur Reservesiegerin wurde die Uthopia-Tochter Saliera (Z: Franz Hopfgartner) gekürt (8,2).

Die Höchstnote des diesjährigen Bundeschampionats ging auf das Konto von La Finessa in der Klasse der dressurbetonten Stutfohlen. Johannes Schwaiger (OÖ) hat die Rappstute aus dem Fürstenball-Sohn Finest und Longchamp-Stute gezogen. Das Ergebnis dieser Anpaarung überzeugte bereits beim oberösterreichischen Fohlenchampionat. Dort gewann La Finessa mit einer Gesamtnote von 8,75. Beim Bundeschampionat konnte sie nun noch einmal nachlegen und sich den zweiten Titel ihrer noch jungen Karriere sichern. Bestnoten erzielte auch die Reservesiegerin dieser Klasse: Barcelona von Bretton Woods x Dancier aus der Zucht von Ludwig Scheuringer sorgte mit 8,65 für ein weiteres Top-Ergebnis an diesem Abend.
Bestes dressurbetontes Stutfohlen und Rekordnotenhalterin des AWÖ Bundeschampionats 2017: La Finessa von Finest x Longchamp © Hans Kraus
Bestes dressurbetontes Stutfohlen und Rekordnotenhalterin des AWÖ Bundeschampionats 2017: La Finessa von Finest x Longchamp
© Hans Kraus
Mit der Gesamtnote 8,17 ging der Sieg bei den springbetonten Stutfohlen an die Grey Top/Silvio I-Tochter Serenissima (Z: Dr. Bettina Fasching/St). Auf dem zweiten Platz landete ein weiteres Produkt aus steirischer Zucht: Una de Plaisir-M von Diamant de Plaisir x Numero Uno (Z: Roland Mecigar) brachte es in allen drei Kritierien auf eine glatte Acht.

Kandidaten mit dieser oder einer besseren Wertnote gab es bei den dressurbetonten Hengstfohlen sogar gleich acht an der Zahl. Ganz vorne im qualitätsvollen Lot platzierte sich Dancing Devil RK, ein Sohn des Delorean aus einer Stedinger-Mutter. Bei den niederösterreichschen Fohlenchmapionaten hatte sich der kleine Hengst aus der Zucht von Roman Kienast (NÖ) noch mit dem Vize-Titel begnügen müssen. Im Bundesvergleich überzeugte Dancing Devil RK dann auf ganzer Linie und wurde mit einer 8,67 und der Schärpe des Bundeschampions geehrt. Eine 8,5 vergaben die Richter für den Bailando x Weltenadel-Spross Bariosso von Züchter Leo Dablander (T), der sich damit den Reservesieg verdiente.
Dancing Devil RK v. Delorean - Sieger bei den dressurbetont gezogenen Hengstfohlen © Hans Kraus
Dancing Devil RK v. Delorean - Sieger bei den dressurbetont gezogenen Hengstfohlen
© Hans Kraus
8,5 lautete die Bestnote bei den springbetonten Hengstfohlen. Diese ging auf das Konto des typvollen Cannavaru-Sohnes Cognac aus der Zucht von Johann Rainer (S), der sich damit deutlich von der Konkurrenz absetzen konnte. Die Schärpe des Reservesiegers holte Caressano von Caressini x Landor S (Z: Josef Nothegger/T). Er ging mit einer 8,17 vom Platz.
Doppelchampion: Bartlgut"s Fürstenberg von Franziskus unter Ulrike Prunthaller © Hans Kraus
Doppelchampion: Bartlgut"s Fürstenberg von Franziskus unter Ulrike Prunthaller
© Hans Kraus
Der Sonntag stand danach ganz im Zeichen der Sportbewerbe. Nachdem im Vorjahr die Stuten den Großteil der Titel abgeräumt hatten, dominierten heuer das männliche Geschlecht. Gleich zwei Schärpen verdiente sich Bartlgut’s Fürstenberg. Der Vorjahressieger der dreijährigen Materialpferde avancierte unter seiner Reiterin Ulrike Prunthaller auch im Folgejahr zum Notenprimus. Der schicke Hengst aus der Erfolgsschmiede von Herbert Stanek punktete vor allem im Trab (9,0) und im Galopp (9,5) – im Fremdreitertest sahnte der Bartlgut-Beau sogar die Höchstnote 10 ab. Unterm Strich machte das starke 8,74 als Gesamtnote und den zweiten Titel in Folge vor der Stutenchampionesse Latina (8,63) und Skylight G (8,51), die in allen drei Grundgangarten die Wertnote 8,5 verliehen bekam.

Bei den dreijährigen Materialpferden siegte Broadmoar’s D’Artagnan. Dafür sorgten Noten über 9,0 für den Galopp und das Gebäude. Auch im Fremdreitertest wusste der von Heimo Kendlbacher vorgestellte Sohn des Destano aus einer Don Diamond-Tochter zu überzeugen. Hier gab es einmal eine 8,0 und eine 8,7  - machte unterm Strich 8,6 für den Hengst aus der Zucht von Alfred Leser. 8,43 Punkte gab es für den Quaterhall-Sohn Quentin Tarentino (8,1 Punkte; Z: Dr. Bettina Fasching), der unter Stephanie Dearing die Schärpe des Reservesiegers holte. Dritter wurde Cinnamon M, ein von Mag. Franz Maier gezogener Hengst von Cennin a. d. Jappeloupe M unter Daniel Spindler (8,27).

Im Finale der vier- bis fünfjährigen Dressurpferde schlug dann abermals die Stunde von Bartlgut’s Fürstenberg. Dort hielt der Franziskus Sohn nach einem starken Finish einmal mehr die Konkurrenz in Schach – diesmal mit Gesamtwertnote von 8,38. Vanessa Doblinger stellte erfolgreich den Fuchshengst Lingh’s Liberty aus der Zucht von Andreas Voglstätter vor und holte mit gesamt 8,20 Punkten den Vize-Titel. Rang drei ging an die Doppelchampionesse des Vorjahres, Jacarda M v. Blue Hors Zack. Die Siegerin der vierjährigen Stuten und Materialpferde 2016 wurde von Renate Voglsang vorgestellt und brachte es auf eine 8,08.
Dressurpferdechampion der 5- bis 6-Jährigen: United Europ v. Uphill mit seiner Reiterin Geertje Hesse-Wadenspanner (GER) © Hans Kraus
Dressurpferdechampion der 5- bis 6-Jährigen: United Europ v. Uphill mit seiner Reiterin Geertje Hesse-Wadenspanner (GER)
© Hans Kraus
In der Altersklasse der fünf- bis sechsjährigen Dressurpferde ging der Titel an den Favoriten. United Europ (Z.: Josef und Wolfgang Stürzlinger; B.: Magdalena Nagl), ein Sohn von Uphill x Almox Prints, war mit seiner deutschen Ausbilderin Geertje Hesse-Wadenspanner bereits bei der WM der Jungen Dressurpferde in Ermelo (NED) am Start. Dort hatte der elegante Braune den Einzug ins große Finale nur knapp verpasst. In Stadl-Paura stand er nun ganz oben auf dem Treppchen. Dafür sorgten eine 9,00 für den Trab und Noten über 8,00 in den anderen Teilwertungen. Der Vize-Titel blieb mit dem im Besitz von Cosima Hilscher stehenden Jedermann (Z.: Mag. Franz Maier, Wildenau), vorgestellt von Ulrike Prunthaller, in Oberösterreich. Um Platz drei machte sich der letztjährige nach Fürst Grandios gezogene Champion Flamini (Z. & B.: Christian Großholzner, Bad Hall) verdient, der unter Stephanie Dearing auf 8,20 Punkte kam.

Bei den fünfjährigen Springpferde sah es lange Zeit nach einem Favoritensieg aus. Good Vibration (Z.: Rita Moser, Lambrechten; B.: Verena Fritsch) setzte sich in den ersten beiden Teilbewerben souverän an die Spitze der Wertung. Doch im Finale sollte es anders kommen. Dafür sorgte der von Stefanie Hirnböck gerittene Inoletto. Der Sohn der ehemaligen Bundeschampionesse Inolette zog dank eines starken Finishes mit 24,4 Punkten noch knapp an Good Vibration vorbei. Letzerer brachte es mit Gerhard Höhenwarter im Sattel auf 24 Zähler. Auf Platz drei rangierte Captain Jack Sparrow (23,8  Punkte, Z.: Dr. Hummer-Niedermayr, Schwanenstadt).
Auf dem Weg zum Titel bei den fünfjährigen Springenpferden: Inoletto unter Stefanie Hirnböck © Hans Kraus
Auf dem Weg zum Titel bei den fünfjährigen Springenpferden: Inoletto unter Stefanie Hirnböck
© Hans Kraus
Eine spannende Entscheidung bot auch das Finale der sechsjährigen Springpferde, das in einem Stechen der fünf bestplatzierten nach den Vorrunden ausgetragen wurde. Die schnellste fehlerfreie Runde von Amicello und Christoph Nothegger besiegelte den Sieg des A Lee Spring Power-Sohnes aus der Zucht von Josef Nothegger (22,8 Punkte). Das Nachsehen hatte die Titelgewinnerin des Vorjahres, Franziska. Die Stute aus der Zucht von Siegmund und Elisabeth Hutter hatte die beiden ersten Teilbewerbe dominiert, im Finale waren es 39 Hundertstelsekunden, die zur erfolgreichen Titelverteidigung fehlten.  22,3 bedeuteten diesmal Rang zwei für die Canoso-Tochter. Platz drei ging an das dritte fehlerfreie Paar des Stechens: Philip Essl und die von Robert Thöni gezüchtete Callista (v. Lifestyle) mit 21,9 Punkten.

Neue Vielseitigkeitschampionesse ist die von Harald Riedl präsentierte fünfjährige Fuchsstute Caramel. Die Tochter des hannoversch gezogenen Landbeschälers Stolzenberg spielte ihre Stärke vor allem im Gelände aus, das sie mit einer glatten 9,0 beendete. Durch den doppelten Koeffizienten war Caramel der Sieg im nachfolgenden Springen nicht mehr zu nehmen. 31,84 Punkte bedeuteten Platz eins. Knapp dahinter reihte sich die siebenjährige Chelsea von Quite Easy (31,4) unter Katharina Thaller ein. Auf dem dritten Platz fand sich die Goldrush-Tochter Vianelly TS (30,94 Punkte), vorgstellt von Kristina Waltenberger, ein.
Souverän im Gelände: Vielseitigkeitschampionesse Caramel (v. Stolzenberg) unter Harald Riedl © Hans Kraus
Souverän im Gelände: Vielseitigkeitschampionesse Caramel (v. Stolzenberg) unter Harald Riedl
© Hans Kraus
Wie schon in den vergangenen Jahren glänzte das Fahrpferdechampionat auch heuer nicht gerade mit Quantität. Diesmal gingen gar nur drei Pferde an den Start, darunter auch die zweifache Titelgewinnerin Bailey von Certus aus der Zucht von Thomas Blumschein. An den Leinen von Rudi Pirhofer konnte die Doppelchampionesse allerdings nicht an früher gezeigte Leistungen anschließen. Mit einer 7,29 reichte es diesmal lediglich für Platz zwei. Einen überlegenen Sieg feierte indes der erst fünfjährige Barrichello. Der Hengst aus der Zucht von Georg Moser blieb in allen drei Teilbewerben über 8,5 und holte mit einer 8,65 als Gesamtnote verdient den Titel.

Einen ausführlichen Bericht über das AWÖ Bundechampionat lesen Sie in der Novemberausgabe der Pferderevue, ab 30. November erhältlich am Kios, im Abo und als E-Paper.

ps

Die 14 AWÖ-Bundeschampions 2017

Dressurpferdechampionat, 4- bis 5-jährig
Bartlgut's Fürstenberg v. Franziskus / Ulrike Prunthaller
Z.: Herbert Stanek, Neufeld a.d. Leitha
B.: Edda & Wenzel Schmidt, Neuhofen i. Innkreis

Dressurpferdechampionat, 5- bis 6-jährig
United Europ v. Uphill / Geertje Hesse-Wadenspanner
Z.: Josef Stürzlinger, Schwanenstadt
B.: Magdalena Nagl

Springpferdechampionat, 5-jährig
Inoletto / Stefanie Hirnböck

Springpferdechampionat, 6-jährig
Amicello 2 v. A Lee
Z.: Josef Nothegger, St. Ulrich a. Pillersee

Reitpferdechampionat, 3-jährig
Broadmoars D ?Artagnon v. Destano / Heimo Kendlbacher
Z.: Alfred Leser, Horitschon
B.: Broadmoar KG, Sankt Josef

Reitpferdechampionat, 4-jährig
Bartlgut's Fürstenberg v. Franziskus / Ulrike Prunthaller
Z.: Herbert Stanek, Neufeld a.d. Leitha
B.: Edda & Wenzel Schmidt, Neuhofen i. Innkreis

Fahrchampionat
Barrichello 3 / Georg Moser
Z. & B.: Georg Moser, Seekirchen

Geländepferdechampionat
Caramel 4 / Harald Riedl

Bundesjungstuten, dreijährig
Corazon v. Lord Perry W
Z. & B.: Christian Maritschnigg, Schwanberg

Bundesjungstuten, vierjährig
Latina v. Lord Leopold
Z.: Christine Seidl, Metnitz
B.: Hildegard Seidl, Metnitz

Springbetonte Hengstfohlen
Cognac v. Cannavaru
Z. & B.: Johann Rainer, Maria Alm

Springbetonte Stutfohlen
Serenissima v. Grey Top
Z. & B.: Dr. Bettina Fasching, Gleisdorf

Dressurbetonte Stutfohlen
La Finessa v. Finest
Z. & B.: Johannes & Romana Schwaiger, Tragwein

Dressurbetonte Hengstfohlen
Dancing Devil RK v. Delorean
Z. & B.; Roman Kienast, Stronsdorf
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