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28.05.2018

Stadl-Paura: Fünf rot-weiß-rote Stockerlplätze bei Para-Premiere

Erstmals war das Pferdezentrum Stadl-Paura Austragungsort eines internationalen Para-Dressurturniers. Für die heimischen ReiterInnen bot sich damit die Gelegenheit, sich der internationalen Konkurrenz mit Heimvorteil im Rücken zu stellen. Für zwei von ihnen hat das besonders gut geklappt.

Für Thomas Haller lief die CPEDI3*-Premiere in Stadl-Paura sowohl aus Veranstalter- wie aus reiterlicher Sicht top. © Team Myrtill
Für Thomas Haller lief die CPEDI3*-Premiere in Stadl-Paura sowohl aus Veranstalter- wie aus reiterlicher Sicht top.
© Team Myrtill
In Kooperation mit Para-Dressurreiter Thomas Haller wurde auf der Anlage des einstigen k. und k. Hengstendepots ein Turnier für Para-Reiter und Nicht-Para-Reiter veranstaltet. 100 nationale Reiter mit 117 Pferden sowie 29 internationale Para-Reiter mit 32 Pferden reisten nach Stadl-Paura um gemeinsam ein Fest des Dressursports zu feiern. Für Haller gab's bei dieser Gelegenheit gleich doppelt Grund zur Freude. Zum einen, weil die Veranstaltung von allen Seiten mit viel Lob bedacht wurde. Und zum anderen, weil Nachwuchspferd Faustus im Viereck so richtig zu überzeugen wusste.

Seit Hallers langjähriges Erfolgspferd Puschkin im vergangenen Frühjahr seinen sportlichen Ruhestand angetreten hat, vertraut der Wiener auf den gekörten ÖWB-Hengst von Fit for Fun aus einer Weltmeyer-Mutter. Für den achtjährigen Braunen ist Stadl-Paura ein gutes Pflaster. 2014 wurde er unter seiner Ausbilderin Renate Voglsang Bundeschampion der fünf- bis sechsjährigen Dressurpferde.

Im Juni 2017 folgte dann Faustus' Debüt unter Thomas Haller im italienischen Somma Lombardo. Seither war das Duo international nicht mehr am Start, dafür wurde zu Hause an der Feinabstimmung gefeilt. Die gewissenhafte Arbeit hat sich bezahlt gemacht. Im Team Test des Grade III überbot das Paar seine Wertung aus Somma Lobardo gleich um mehr als vier Prozent und platzierte sich mit 66,422 Prozent prompt auf Platz drei.

Einen Tag später holte sich Haller dann den nächsten Stockerlplatz. Für einen gelungenen Individual Test gab’s bereits 67,598 Prozent – erneut Rang drei. Diese Platzierung wiederholte der 52-Jährige danach auch am Sonntag in der Kür, die das Paar 68,711 Prozent beendete. „Faustus erfüllt immer alle seine Pflichten. Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung!“, lobte Haller seinen Hengst.

Drei Siege en suite feierte die Belgierin Barbara Minecci auf ihrem Fuchswallach Stuart. Die 48-Jährige, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist und im Damensattel antritt, dominierte die Bewerbe des Grade III von Beginn an. Die Kür entschied sie mit überragenden 76,045 Prozent vor ihrer Landsfrau Diana Bottger auf Zario (70,367 %) für sich.

Sciancalepore und Heinrich IV weiter auf Erfolgskurs

Für zwei weitere rot-weiß-rote Podestplätze sorgte Julia Sciancalepore auf Heinrich IV. Mit dem jüngsten Pferd des gesamten (Para)-Turniers zauberte die Kärntner Heeresportlerin gleich zu Beginn eine neue persönliche Bestmarke ins Viereck. Und was für eine! 70,119 Prozent im Team Test bedeuteten Rang drei hinter der überragenden Singapurerin Laurentia Tan, die sich mit ihren Pferden Fuerst Sherlock (73,036 %) und Florenzius S (70,893 %) die übrigen Podestplätze sicherte.
Julia Sciancalepore und Heinrich IV durften sich in Stadl-Paura über zwei dritte Plätze freuen. © Pferdenews.eu
Julia Sciancalepore und Heinrich IV durften sich in Stadl-Paura über zwei dritte Plätze freuen.
© Pferdenews.eu
Im darauffolgenden Individual Test verpassten Sciancalepore und der sechsjährige Wallach aus der Zucht von Petra Kerschbaum die 70er-Hürde zwar haarscharf, 69,940 Prozent reichten aber immer noch locker für einen weiteren dritten Platz. Rang vier in der Kür am Sonntag (68,767 %) rundeten das gelungene Wochenende für die Kärntnerin und ihren Rappen ab. An der Spitze führte kein Weg vorbei an Laurentia Tan und Fuerst Sherlock, die nach dem Team und dem Individual Test auch die Kür in überragender Manier für sich entschieden (78,767 %).

Gelebte Inklusion

Bei der Premiere in Stadl-Paura wurde die Inklusion nicht nur durch die gemeinsame Veranstaltung eines Dressur-Turniers für Para-Reiter und Nicht-Para-Reiter zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch gemeinsame sportliche Leistungen. In der neu ins Leben gerufenen Inklusionswertung wurden sämtliche Para-Reiter mit einem Nicht-Para-Reiter, der in den Bewerben LP und M an den Start ging, in ein Team gelost. Die errittenen Wertungen der beiden Teammitglieder wurden addiert und in einem eigenen Ergebnis addiert. Hier gewannen Grade-I-Reiterin Laurentia Tan und Alexandra Eiband vor Grade-V-Erfolgsfrau Ciska Vermeulen (BEL) und Katharina Haas sowie die Russin Natalia Martyanova (Grade V) und Martina Huebner.

„Die Inklusionswertung kam noch viel besser an, als ich es erwartet hätte. Vor allem Nicht-Para-Reiter waren von der Idee begeistert“, sagt Veranstalter Thomas Haller. Auch die Para-Teilnehmer fanden für dieses Pilotprojekt durchwegs lobende Worte. „Das war sehr lustig! Ich habe gestern meiner Partnerin zugesehen. Ich halte das für eine sehr gute Idee, weil man so miteinander ins Gespräch kommt und eine gute Atmosphäre herrscht“, meinte etwa die belgische Grad-III-Reiterin Barbara Minneci. Geht es nach Thomas Haller, könnte die Inklusion im kommenden Jahr sogar noch einen Schritt weiter gehen: „Vielleicht werden dann auch Para-Reiter bei nationalen Bewerben mitreiten.“

Alle Ergebnisse aus Stadl-Paura im Detail können Sie hier nachlesen.

ps

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