WEG Kentucky 2010


Ernst Kopica bloggt wieder –
diesmal unterstützt von Elke Hellmich!

Die WEG in Wort und Bild – ab dem
25. September 2010!

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Sauberer Pferdesport PDF Drucken E-Mail
Foto: Manfred Leitgeb
Kaderreiter mit Auflagen: L. Beerbaum
DOSB-Kommission Reiten legt Abschlussbericht vor: „Im deutschen Pferdesport gibt es keinen Flächenbrand, sondern nur einzelne Brandherde." So lautete eine der Kernaussagen einer unabhängigen Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die in den letzten Monaten Reiter und Funktionäre hinsichtlich ihrer Einstellung und ihres Verhaltens befragt und die Situation im Spitzensport analysiert hat. Grund waren die Manipulationsvorwürfe im Pferdespitzensport seit den Olympischen Spielen in Hongkong. Heute stellte die Kommission ihren Abschlussbericht im Rahmen einer Pressekonferenz in Warendorf vor.

Der Vorsitzende der DOSB-Kommission, Professor Dr. em. Udo Steiner, begrüßte die bereits von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) bei ihrer Präsidiumssitzung am 2. September definierten Maßnahmen für einen sauberen Sport. Dabei betonte er, dass der deutsche Reitsport im Kaderbereich nicht strukturell unredlich sei. Deshalb empfahl die Kommission in vier Fällen - Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Marco Kutscher (Riesenbeck), Daniel Deußer (Valkenswaard/NED) und Rene Tebbel (Emsbüren) - die Aufnahme der angehörten Personen in einen Kader mit Auflagen.

Im Fall Isabell Werth empfahl die Kommssion eine einjährige Kadersperre beginnend ab ihrer Suspendierung am 23. Juni 2009. In der Begründung heißt es: „Für die Kommission war dabei ausschlaggebend, dass das Pferd von Frau Werth gedopt wurde, und dies mit einem Mittel, dessen Anwendung nach medizinischer Einschätzung des FEI-Tribunals für das Pferd mit gesundheitlichen Gefahren verbunden war. Die Empfehlung steht unter dem Vorbehalt, dass die Entscheidung des Tribunals der FEI bestandskräftig wird." FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach kommentierte die Empfehlung wie folgt: „Wir haben gesagt, dass wir die Kaderempfehlung der Kommission beherzigen werden. Und das tun wir jetzt auch."

Die bereits vom FN-Präsidium definierten Maßnahmen wie

·    Einführung eines Anti-Doping-Codes-Pferd basierend auf dem
     NADA-Rechtssystem
·    Verschärfung des Strafrahmens bei Dopingverstößen
·    Verschärfung der Kader- und Championatsbestimmungen
·    Einführung einer Schiedsvereinbarung für Spitzenreiter
·    Unterwerfung der Tierärzte unter Regelwerk und Rechtssystem
·    Automatische Sperre von Pferden bei Dopingverstößen
·    Einführung von Trainingskontrollen für Kaderpferde
·    Einführung eines Stallbuches für Kaderpferde
·    Verbesserung nationaler Wettkampfkontrollen durch Schaffung von
     Kontrollteams
·    Erhöhung der Zahl nationaler Wettkampfkontrollen
·    Ausbau des Schulungsprogramms zur Dopingprävention
·    Änderung der Zuständigkeit bei Kaderausschluss aus nichtsportlichen
     Gründen: bisher DOKR-Disziplinausschuss, zukünftig DOKR-Vorstand

ergänzte die Kommission vor allem um folgende Punkte:
·    Grundsätzlicher Erhalt der Null-Toleranz-Lösung, das heißt, im Wettkampf
     muss das Pferd frei von Substanzen sein.
·    Einführung von Wirksamkeitsgrenzen für ausgesuchte Substanzen. Dies ist
     mit einem hohen Forschungsaufwand verbunden und deshalb nur
     schrittweise umzusetzen.
·    Möglichkeit zur Durchführung von turniernahen Schnelltests aufzulistende
     Stoffe in akkreditierten und zertifizierten Analyselaboratorien.
·    Einführung einer FN-Abteilung „Sicherheit und Ordnung", die neben den
     Trainingskontrollen auch die gesamte Ermittlungstätigkeit im Doping-,
     Manipulations- und Ordnungsbereich übernehmen soll.

FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau begrüßte, dass die eingeleiteten Maßnahmen des Verbandes und die Empfehlungen der DOSB-Kommission weitgehend übereinstimmen: „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Zu den zusätzlichen Empfehlungen sagte er: „Die vorgeschlagene Null-Tolleranz-Lösung kommt unserer Vorstellung von gesunden und unmanipulierten Pferden im Wettkampf entgegen. Nichtsdestotrotz ist unser Ziel eine Harmonisierung des nationalen und internationalen Regelwerks, aber nicht um jeden Preis." Die FN wird daher zunächst die Vorschläge zum FEI-Regelwerk abwarten, bevor das eigene Regelwerk für 2010 endgültig verabschiedet wird. „Natürlich bieten wir der FEI weiterhin unsere volle Unterstützung bei der Erarbeitung der neuen Regeln an", so Soenke Lauterbach.

„Die Empfehlung zur Einführung einer FN-Abteilung ‚Sicherheit und Ordnung' und die damit verbundenen strukturellen Änderungen bedürfen noch einer intensiven Beratung und Abstimmung innerhalb des Gesamtverbandes", kennzeichnete der FN-Präsident das weitere Vorgehen. (FN Press 20 vom 22. September)