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08.04.2015

Umfrage Westernreiten: Hohe Kosten und nicht pferdegerechtes Reiten Hauptgründe für Turniermuffel

Der Österreichische Pferdesportverband will die Turniersituation im Westernreitsport verbessern. Eine im November des Vorjahres gestartete Umfrage sollte die Mängel des aktuellen Angebots bzw. die Wünsche der ReiterInnen erfassen. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Viele WesternreiterInnen wünschen sich einen faireren Umgang mit dem Partner Pferd im Turniersport. © Christoh Hähnel - fotolia.com
Viele WesternreiterInnen wünschen sich einen faireren Umgang mit dem Partner Pferd im Turniersport.
© Christoh Hähnel - fotolia.com
Insgesamt 389 Reiterinnen und Reiter haben an der Befragung des OEPS entweder online oder auf dem Schriftweg teilgenommen, die meisten von ihnen sind „alte Turnierhasen“, die das Western Riding Certificate vor fast zehn Jahren abgelegt und durchschnittlich zwei bis vier Wettbewerbe pro Jahr besuchen. „Auffällig ist vor allem, dass sich viele der Teilnehmer die Zeit genommen haben und bei den sonstigen Bemerkungen Einträge erstellt haben. Das ist bei Befragungen dieser Art durchaus nicht üblich. Es scheint, dass tatsächlich das Bedürfnis bestand, seiner Meinung auf dieser Plattform Ausdruck zu verleihen“, zeigte sich NOEPS-Westernreferent Richard Schwanzer beeindruckt vom Engagement der ReiterInnen.

Bei den Gründen, warum bei ZNS Turnieren nicht oder nicht mehr teilgenommen wird, konnte das Geld als eindeutiger Spitzenreiter identifiziert werden. Die Plätzen 1 bis 3 im Ranking nehmen Beweggründe monetärer Natur ein. Rund 41 Prozent der ReiterInnen beurteilten die Gesamtkosten für einen Turnierstart als zu hoch, 32 Prozent sehen vor allem in den hohen Boxenmieten ein Problem, 25 Prozent in den Kosten für Startkarte und Kopfnummer. Passend dazu fielen auch die Beweggründe, die zu einem Start überzeugen könnten, aus: 40 Prozent sehen in Trophies, wie sie bei Turnieren der AQHA zur Anwendung kommen, einen Anreiz, wieder an Turnieren teilzunehmen, 38 Prozent könnten sich vermehrt motivieren, wenn es für den Sieger Trainingszuschüsse gäbe.

Pferdegerechteres Reiten ein großes Anliegen

Neben dem mangelnden Turnier-Angebot das insbesondere von TeilnehmerInnen aus dem Westen und Süden Österreichs moniert wurde, liegt den heimischen WesternreiterInnen aber vor allem ein Thema am Herzen: Der faire Umgang mit dem Partner Pferd. Viele TeilnehmerInnen nutzten die offenen Fragen, um ihren Standpunkt in dieser Angelegenheit deutlich kundzutun. „Der allgemeine Umgang mit Pferden ist mir zu grob, mit vielen startenden Personen WILL ich mich gar nicht messen. Diese Ausbildungs- und Reitmethoden kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.“, schrieb eine der Teilnehmerinnen. Ein Standpunkt, den zahlreiche Befragten teilten. Auch die Situation auf den heimischen Abreiteplätzen ist vielen ein Dorn im Auge. Manche der kritischen Stimmen gaben zugleich an, eine aktive Teilnahme am Turniersport wieder in Erwägung zu ziehen, „wenn sich pferdegerechtes Reiten und Trainieren auch in den Punkten der Richter niederschlagen würden.“

Umfrage ist erst der Anfang

Die Ergebnisse der Umfrage will man nun im OEPS und den Landesfachverbänden intensiv durchsehen. Auch den Turnierveranstaltern und den Vereinen sollen die Ergebnisse nahegebracht werden, zumal für die Reiterkosten vor allem der Veranstalter verantwortlich zeichnet. „Von den Turniereinnahmen erhält der OEPS lediglich die Kalendergebühr (€ 50,-) sowie die Gebühr für die Zeilenerfassung (€ 0,50 pro Start). Der Sporteuro wird zur Jugendförderung weitergegeben“, erklärt Richard Schwanzer. Gemeinsam will man einen Maßnahmenkatalog für die kommenden Sportjahre erarbeiten. Vom OEPS wurden bereits erste Schritte gesetzt, um die Turniere von der Kostenseite her günstiger zu gestalten.

Einer davon ist das C-Turnier neu (einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema lesen Sie in der Märzausgabe der Pferderevue), das speziell für kleine Veranstaltung bis 200 Starts oder Eintagesturniere entwickelt wurde. Hier ist nur ein Richter und ein Ringsteward erforderlich, dessen Aufwandsentschädigung (exkl. Kilometergeld) vom OEPS übernommen wird. Für die Meldestelle gibt es ein kostenloses Programm vom OEPS, mit dem auch die Online-Abgabe der Ergebnislisten durchgeführt werden kann. Des Weiteren nennt Schwanzer die Möglichkeit, Rookie lizenzfrei auszuschreiben. In diesem Fall kann ein Rookie ohne Startkarte Western antreten, und das Pferd benötigt keine Kopfnummer. Ein Landes-Pferdesportverband-Anschluss ist jedoch nach wie vor Pflicht.

„Der gesamte Österreichische Pferdesportverband und auch alle Landesfachverbände arbeiten daran, den Turniersport wieder attraktiv zu machen. Das gilt nicht nur für Western, sondern auch für alle anderen Sparten. Die Umfrage sollte nicht das Ende, sondern den Anfang bedeuten“, versichert der niederösterreichische Westernreferent, der auf die aktive Mitarbeit in Form von offen ausgesprochenen Wünschen und Beschwerden von Österreichs TurnierreiterInnen aller Sparten hofft.

Die Umfrage im Detail mit allen Kommentaren der Befragten können Sie hier nachlesen.
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