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17.03.2014

Ägyptens vergessene Pferde

Schon in wirtschaftlich guten Zeiten fristen ägyptische Arbeitspferde ein hartes Dasein. Doch seit mit Anbeginn der politischen Unruhen auch der Tourismus des Landes eingebrochen ist, geht es für viele der Tiere ums nackte Überleben. Ein Kampf, den die meisten von ihnen verlieren.

Nur einen Steinwurf von Gizehs großer Pyramide entfernt haben hunderte Pferde ihre letzte Ruhestätte gefunden. © SPANA
Nur einen Steinwurf von Gizehs großer Pyramide entfernt haben hunderte Pferde ihre letzte Ruhestätte gefunden.
© SPANA
Seit dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi im Juli vergangenen Jahres wird Ägypten von einer dauerhaften Staatskrise schwer gebeutelt. Anschläge auf Touristengruppen haben dazu geführt, dass der für viele Regionen wichtigste Wirtschaftszweig völlig in sich zusammengebrochen ist. Urlauber-Hochburgen wie die Stadt der Paläste, Luxor, sind vereinsamt, fast 97 Prozent beträgt der Touristenrückgang hier. Ein schwerer Schlag für viele hunderttausende Menschen, deren einzige Einnahmequelle stetig versiegt – doch sie sind nicht die einzigen, die unter den Unruhen leiden. Unzählige Pferde, Kamele und Esel, die vormals einen fixen Platz in der ägyptischen Tourismusindustrie hatten, verhungern, weil ihre Besitzer nicht mehr in der Lage sind, sie durchzufüttern.

Während in Gizeh halb verhungerte Pferde mehr tot als lebendig durch die Straßen ziehen oder neben ihren Besitzern vergeblich auf Reisende warten, wurde in einem Außenbezirk der Pyramiden-Stadt ein Platz für jene geschaffen, für die es keine Hoffnung mehr gibt. Der Pferdefriedhof von Gizeh bietet ein grausiges Bild, unzählige Tierkadaver brüten dort in der Hitze Ägyptens bis von ihnen nicht mehr als blanke Knochen zurückgeblieben sind.
Hilfsorganisationen wie die britische SPANA oder die ägyptische ESAF versuchen mit gezielten Futterprogrammen zu helfen, so gut es geht. © ESAF
Hilfsorganisationen wie die britische SPANA oder die ägyptische ESAF versuchen mit gezielten Futterprogrammen zu helfen, so gut es geht.
© ESAF
Tierschutzorganisationen wie die britische Gesellschaft zum Schutz ausländischer Tiere SPANA und ihre Partnerin ESAF (Egyption Society of Animal Friends) versuchen durch gezielte Fütterungsprogramme das Leid zumindest einiger weniger zu mindern. Dank der Spenden von Unterstützern wird so täglich rund 200 Pferden eine Basisversorgung mit Futter sowie medizinische Erstversorgung ermöglicht. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Schätzungen zufolge bewegen sich die Zahlen der derzeit akut betroffenen Pferde in der Region rund um Gizeh zwischen 3.000 und 4.000. Sollten die politischen Unruhen nicht bald ein Ende finden und der Tourismus ins Land zurückkehren, scheint für die meisten von ihnen kaum noch Hoffnung zu bestehen.
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