Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
21.12.2016

Alte Pferde: Zahn- und Kiefergelenksprobleme weit verbreitet

Wenn Oldies an Gewicht verlieren oder schlecht fressen, ist die Ursache vielfach im Pferdemaul zu finden. Studien zufolge gehören Zahnanomalien und daraus resultierende Schmerzen bei Pferdesenioren zu den häufigsten Gesundheitsproblemen.

Probleme im Maulbereich sind gerade bei älteren Pferden häufig. © www.slawik.com
Probleme im Maulbereich sind gerade bei älteren Pferden häufig.
© www.slawik.com
Senior-Pferde haben häufig gesundheitliche Probleme, die ein besonderes Management der Tiere erfordern. So kann ein deutlich verringerter Appetit kombiniert mit möglichen chronischen Schmerzen zu einem auffälligen Gewichtsverlust führen.

Unterschätzt werden in diesem Zusammenhang bestehende Zahnprobleme, die zu einer verminderten Futteraufnahme beitragen. Wird das Futter nicht ausreichend zerkleinert und/oder nicht genügend eingespeichelt, wird es in der Folge schlechter verdaut. Mehr über die häufigsten Symptome im Zusammenhang mit Zahnproblemen lesen Sie hier.

Laut einer Studie mit Fokus auf die besonderen Bedürfnisse von Pferde-Oldies litten alle 69 untersuchten Vierbeiner an Zahnanomalien. Und ein schlechtes Gebiss macht Kauen zu einer großen Herausforderung.

Dabei müssen gerade ältere Pferde deutlich mehr Kauausschläge ausführen, um die gleiche Menge an Speichel zu produzieren wie jüngere Tiere. Und der hilft nicht nur beim Abschlucken des Nahrungsbreis, er enthält auch das zur Abpufferung bzw. Reduzierung der Magensäure erforderliche Bicarbonat. Gelangt zu wenig davon in den Magen, kann es zu Magenschleimhautreizungen und in weiterer Folge zu Magengeschwüren kommen.

Kiefergelenksschmerzen auch bei Pferden möglich

Doch Zahnerkrankungen sind nicht die einzige Quelle von Schmerzen mit zunehmendem Alter bei Equiden. Eine Vielzahl an Gelenken und Muskeln werden für den Prozess des Kauens benötigt – wie beispielsweise das temporomandibular joint (TMJ), einer Gelenkverbindung zwischen dem Kieferknochen vor dem Ohr und dem Unterkiefer. Etwa fünf bis zwölf Prozent der menschlichen Bevölkerung leiden in diesem Bereich unter Arthritis, haben Schwierigkeiten beim Kauen und weisen eine verminderte Beweglichkeit des Gelenks auf. Inzwischen geht die Wissenschaft davon aus, dass dieses Krankheitsbild auch auf Pferde zutrifft – obwohl noch weit weniger über Kiefergelenkerkrankungen bei Equiden bekannt ist als beim Menschen.

Eines ist zumindest sicher:  Pferde mit Kiefergelenkerkrankungen verändern ihr Kauverhalten. Die drei Phasen des Kauvorgangs, Öffnen und Schließen des Mauls sowie der Takt der Kauausschläge, unterschieden sich deutlich gegenüber dem Fressverhalten von Pferden mit gesunden Kiefergelenken. Zu diesem Ergebnis kam eine kanadische Studie. Die Experten beobachteten, dass die an TMJ erkrankten Tiere mindestens ein erhebliches Unbehagen aufwiesen und eine deutlich verminderte Futterverwertung zeigten.

In Anbetracht der vielfältigen Probleme, die sich rund ums Pferdemaul entwickeln können, und der damit verbundenen Auswirkungen, sollten gerade ältere Pferde regelmäßig einem (Zahn-)Tierarzt vorgestellt werden.

Anke Klabunde (aid)/ps
Servus TV AD ab 07.12.2017