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10.04.2011

Gewalt ist niemals eine Lösung

Pferdetrainer Monty Roberts besucht bei seinem Gastspiel in Österreich ein Projekt für straffällige Jugendliche.

Pferdeauge © Domwalster
© Domwalster
Schlagen, Beißen, Buckeln um Probleme zu lösen, dieses Verhalten kennt man nicht nur von Pferden. Auch Menschen reagieren bisweilen so. Für Generationen von Eltern und Lehrern waren ein paar Schläge ein legitimes erzieherisches Mittel. Heute ist zwar hinlänglich bekannt, dass körperliche Züchtigung der Kinderseele schwer schaden kann, doch gefeit sind Kinder und Jugendliche davor deswegen noch lange nicht.

Mobbing, Sachbeschädigung, Prügeleien und Missbrauch finden sich im schulischen Alltag, Kampagnen gegen häusliche Gewalt schaffen es bis in den Europarat. Eine gewaltlose Form der Kommunikation, die auf Vertrauen und positiver Verstärkung beruht ist die Basis guter Verständigung – das gilt nicht nur für Pferde sondern für alle Lebewesen – auch den Menschen.
Monty Roberts, der amerikanische Pferdetrainer der durch einen besonderen Umgang mit traumatisierten und schwierigen Pferden bekannt geworden ist, wurde im Kindesalter selbst Opfer von väterlicher Gewalt. Bevor er bevor zwölf Jahre alt war, hätte ihm sein Vater 71 Knochen gebrochen. Die Wut und Enttäuschung über seine eigene Kindheit sind bei dem 75-Jährigen auch heute noch deutlich spürbar. In den Slums von Birmingham arbeitet er deshalb mit einer Schule zusammen, in der schwererziehbare Kinder nach seinem "Vertragssystem" unterrichtet werden. Seine Methode hat Monty Roberts vom Verhalten der Pferde abgeschaut hat: Es besteht in positiver Bestätigung als Gegenleistung für eingehaltene Vereinbarungen. „Gewalt ist niemals eine Lösung. Gewalt dient immer nur dem Gewalttäter und niemals dem Opfer. Niemand wird mit dem Recht geboren, zu einem anderen Lebewesen zu sagen: du machst was ich dir sage oder ich werde dir wehtun“, bringt es der amerikanische Pferdtrainer auf den Punkt.
Monty Roberts Lllmrpvk © Lllmrpvk
Weil er von seinem Vater geschlagen wurde, wuchs Roberts selbst zu einem gewalttäigen Menschen heran. Die Arbeit mit Pferden half ihm die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.
© Lllmrpvk
Während seiner Österreich-Tournee besucht er ein Innsbrucker Projekt in dem Jugendliche, die Probleme mit Autorität und Drogen haben oder durch Gewalttätigkeit und andere Delikte auffallen, mit Pferden in Kontakt kommen. Die Pferde begegnen den Teenagern vorurteilsfrei und lehren sie Vertrauen und Toleranz. Am 15. April besucht Monty Roberts in Innsbruck ein Projekt in dem Jugendliche, die Aufgrund ihrer Problemfülle besonderer und individueller Betreuung bedürfen, mit Pferden arbeiten. Die Teenager haben soziale Defizite, Drogenprobleme, sind orientierungslos und drohen in die Kriminalität abzurutschen.

Von den Pferden lernen sie, sich auf vertrauensvolle Beziehungen einzulassen, Verantwortung zu übernehmen und Strukturen zu akzeptieren. Die Arbeit beruht auf erlebnis- und lösungsorientierten Ansätzen. In Kooperation mit der Sozialeinrichtung „Das Netz“ wird dieses pferdegestützte Lernen für die schwierigsten Fälle der Jugendwohlfahrt angeboten und wurde 2010 mit dem dritten Preis im Rahmen der Konferenz "Tiere als Therapie" (TAT) ausgezeichnet.
Die Jugendlichen erleben dabei hautnahe Begegnungen mit freilaufenden Pferden und lernen, dass ihr Verhalten direkte Reaktionen auslöst. Und das Gefühl, wenn einem ein 600 Kilo schweres Pferd freiwillig folgt, ist unbeschreiblich – und es vermittelt auch eine Ahnung davon, dass das genauso mit andern Menschen klappen kann. „Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber man kann es nicht zwingen zu trinken. Genauso kann man Menschen an Wissen heranführen, aber man kann sie nicht zwingen zu lernen.“ ist Monty Roberts überzeugt. Gefühl und Vertrauen seien dabei ausschlaggebend.

Quelle: Pressemitteilung
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