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11.04.2014

Junghengste als Retter der letzten Urwälder Augsburgs

Die lichten Kiefernwälder im süddeutschen Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg sind ein Relikt aus der Eiszeit. Ohne die tatkräftige Unterstützung einer Herde junger Przewalski-Pferde würde es dieses Naturerbe in dieser Form aber wohl nicht mehr geben.

Przewalski-Junghengste sorgen im Augsburger Stadtwald für den Erhalt eines einzigartigen Naturschutzgebietes. © Antje Lindert-Rottke - fotolia.com
Przewalski-Junghengste sorgen im Augsburger Stadtwald für den Erhalt eines einzigartigen Naturschutzgebietes.
© Antje Lindert-Rottke - fotolia.com
Lichte Kiefernwälder sind selten geworden. Seit tausenden von Jahren bietet diese besondere Landschaftsform in den Flussauen des Bayerischen Lech zahlreichen, zum Teil heute nur noch vereinzelt vorkommenden, Pflanzen und Tieren einen geschützten Lebensraum. Doch dieses einzigartige Naturerbe drohte nach und nach verloren zu gehen. Lange Zeit sorgten große Weidetiere wie wildlebende Pferde und Rothirsche für die Aufrechterhaltung des empfindlichen ökologischen Gleichgewichts. Als sie verschwanden, trieben Wanderschäfer aus ganz Süddeutschland über die sommermonate hinweg ihre Herden ins Lechtal. Doch mit Voranschreiten der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung wurden auch die Schafe immer seltener. Die fehlende Beweidung führte schließlich dazu, dass sich vorhandene Gräser immer mehr ausbreiten konnten und die ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt nach und nach zurückgedrängten.

Seit 2007 grasen deshalb wieder Pferde im Naturschutzgebiet. Der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg legte diese Aufgabe in die Hufe echter Profis und engagierte Vertreter der letzten richtigen Wildpferdart, dem Przewalskipferd. Die urigen Falben, namentlich vertreten durch die Junghengste Marlon, Solong, Vinter, Xaran und Kalmoek, nehmen ihren Job als Landschaftsgärtner sehr ernst. Unermüdlich weiden sie die Heide ab und drängen so die Gräser sukzessive zurück. Dabei verursachen sie mit ihren Hufen kleine Verletzungen der Grasnarbe, in denen wiederum viele lichtliebende Pflanzenarten keimen können. Und auch in Sachen Artenaustausch leisten die Junggesellen durch den Transport von Samen über Fell und Verdauungstrakt einen wichtigen Beitrag.

Das deutsche Landesamt für Umwelt lobt das Projekt als überregional bedeutend. Mit herkömmlicher Biotoppflege oder Waldbewirtschaftung sei das Ziel nicht erreichbar und das Projekt damit ein Vorbild auch für andere Regionen, sagte ein Sprecher der Augsburger Behörde gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
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