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23.02.2016

Ob Reiterin oder Reiter - dem Pferd ist es egal

Haben Pferde lieber Frauen im Sattel oder Männer? Dieser Frage gingen WissenschafterInnen der Vetmeduni Vienna im Rahmen einer Studie nach. Und kamen zu dem Ergebnis, dass Pferde in der Regel nichts von Geschlechtertrennung halten. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Egal ob Frau oder Mann im Sattel - dem Pferd ist"s in der Regel egal. © Auremar - Fotolia.com
Egal ob Frau oder Mann im Sattel - dem Pferd ist"s in der Regel egal. Außer, es hat zuvor schlechte Erfahrungen mit einem der Geschlechter gemacht.
© Auremar - Fotolia.com
Pferdesport und Reiten waren lange Zeit Männern vorbehalten. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich dieses Bild jedoch drastisch verändert. Der Reitsport ist heute eine Frauendomäne. Etwa 80 Prozent Reiterinnen stehen nur noch etwa 20 Prozent Reiter gegenüber. Das Besondere am Reitsport: Er ist eine von wenigen Sportarten, in denen Männer gegen Frauen antreten und dabei völlig gleich bewertet werden. "Deshalb war es uns wichtig herauszufinden, ob das Geschlecht einen Einfluss auf die Reitleistung hat", erklärt Natascha Ille, die den Einfluss von Reiterinnen und Reitern auf ihre Pferde zusammen mit WissenschafterInnen der Vetmeduni Vienna untersuchte.

Frauen gelten im Umgang mit Pferden oft als besonders einfühlsam. Doch ob dieses Image überhaupt gerechtfertigt ist, ging es erst herauszufinden. Die Hypothese der ForscherInnen: "Frauen und Männer unterscheiden sich im Reiten und lösen beim Pferd unterschiedliche Reaktionen aus."

Frei von Geschlechtervorurteilen

Teamleiterin Christine Aurich und Natascha Ille untersuchten am Graf-Lehndorff-Institut der Vetmeduni Vienna acht Pferde sowie jeweils acht Reiterinnen und Reiter mit gleichem Trainingsstand. Jedes Pferd wurde sowohl von einer Frau als auch von einem Mann durch einen standardisierten Springparcours geritten. Jedes Mal untersuchten die WissenschafterInnen die Kortisolkonzentration im Speichel und die Herzschlagfrequenz von Pferd und Reiterin bzw. Reiter. Das Ergebnis: Der Kortisolspiegel der Pferde stieg während des Reitens zwar an, allerdings stets in gleicher Weise und unabhängig vom Geschlecht des Reitenden. Auch bei den Reitenden waren unabhängig vom Geschlecht die Kortisolspiegel bei allen Tests in etwa gleich.

Die Herzschlagfrequenz veränderte sich bei den Reitenden mit der Gangart des Pferdes. Vom Schritt zum Galopp und zum Springen stieg die Frequenz bei den Frauen wie bei den Männern an. Bei den Pferden stieg die Herzfrequenz - unabhängig ob eine Reiterin oder ein Reiter im Sattel saß - während des Schrittreitens an, nahm aber während Trab und Galopp nicht weiter zu.

„Aus der Sicht des Pferdes scheint es unerheblich zu sein, ob eine Frau oder ein Mann im Sattel sitzt. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass Pferde eine Vorliebe für das eine oder andere Geschlecht der Reitenden haben. Und wenn Reiter und Reiterinnen in gleichen Wettbewerben starten, haben beide auch die gleichen Chancen in der Platzierung ganz nach vorne zu kommen“, fasst Christine Aurich die Ergebnisse der Studie zusammen, die im Journal of Comparative Exercise Physiology veröffentlicht wurde.

Erfahrungen prägen

Auch wenn Pferde im Allgemeinen also echte Unisex-Modelle sind, so scheinen zumindest manche von ihnen doch eine gewisse Präferenz für eines der Geschlechter zu haben. Ist die Mär vom "Frauenpferd", das die Handhabung von Männern nicht duldet, also doch nicht ganz von der Hand zu weisen?

Nein, sagt Dr. Carol Hall von der Nottingham Trent University in Großbritannien. Denn fallweise gäbe es tatsächlich so etwas wie eine Geschlechterbevorzugung. Ob ein Pferd Männer oder Frauen lieber habe, lasse sich allerdings vordergründig auf Erfahrungen mit dem jeweiligen Geschlecht zurückführen. Erfahrungen, die manche Pferde dann generalisiert übertragen.

„Frauen und Männer unterscheiden sich typischerweise in Geruch, Stimmfarbe und auch hinsichtlich der Optik, etwa in ihrer Größe, Form und ihrer Art sich zu bewegen.“ Diese geschlechterspezifischen Eigenheiten seien möglicherweise eine Grund dafür, warum Pferde, die zuvor negative Erfahrungen gemacht haben, später Männer oder Frauen generell „nicht riechen“ könnten.
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