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18.05.2016

Pferdekauf: Was tun bei einem versteckten Mangel?

Mit dem Kauf eines neuen Pferdes geht für viele Reiter ein Traum in Erfüllung. Doch was tun, wenn der Neuzugang plötzlich einen Mangel aufweist, von dem vor Vertragsabschluss nie die Rede war?

Koppen gilt als einer der Gewährsmängel. © www.slawik.com
Koppen gilt als einer der Gewährsmängel.
© www.slawik.com
Diese Frage hat Pferderevue-Leserin Julia an unsere Expertin für Pferderecht, Mag. Nina Zappl, gerichtet:

Ich habe mir vor einem Monat bei einem eingetragenen Züchter in Deutschland ein Pferd erworben und es wurde ohne Mängel verkauft. Seitdem das Pferd, ein einjähriger Hengst, bei mir ist, koppt er. Ich gehe davon aus, dass das Pferd bereits vorher gekoppt hat und mir dies verschwiegen wurde. Ich möchte das Pferd grundsätzlich behalten, weiß jedoch jetzt nicht, wie diese Situation rechtlich aussieht. Der Verkäufer hätte mir bereits 500 Euro angeboten. Das Pferd kostete jedoch 7700 Euro. In meinen Augen zu wenig für einen koppenden Hengstjährling, da eine Körung und eventuelle Zucht ja nun hinfällig sind. Bin ich als Käufer irgendwie geschützt? Kann ich eine Kaufpreisminderung verlangen und wie hoch wäre diese in meinem Fall? Ich bin sehr ratlos, denn irgendwie kann mir niemand genaue Informationen zukommen lassen.

Dazu Rechtsexpertin Mag. Nina Zappl:

Zunächst bitte ich um Verständnis dafür, dass ich Ihnen ohne genaue Prüfung des Sachverhaltes (und des Kaufvertrages) nur eine oberflächliche Auskunft erteilen kann. – Grundsätzlich ist zu sagen, dass Ihnen der Verkäufer sowohl nach deutschem, als auch nach österreichischem Gewährleistungsrecht haftet, wenn der Mangel im Zeitpunkt der Übergabe schon vorhanden war.
 
Welche konkreten Ansprüche Sie haben, hängt vom anzuwendenden Recht und vom Inhalt des Kaufvertrages ab. Nach österreichischem Recht müssten Sie dem Verkäufer zunächst Gelegenheit zur Verbesserung (was beim Koppen ausscheidet) oder zum Austausch des Pferdes geben, bevor Sie Preisminderung verlangen können. Was das Ausmaß der Preisminderung anlangt, so ist bei Sportpferden beim Freikoppen von einer Wertminderung zwischen 20 und 60% auszugehen und beim Aufsetzkoppen zwischen 10 und 40% (je nach genauer Verwendung des Pferdes und nach Stärke des Koppens).
 
Ich rate Ihnen jedenfalls dazu, umgehend für eine „Beweissicherung“ in Form von Videoaufnahmen zu sorgen und den Züchter mittels anwaltlichen Aufforderungsschreibens zu kontaktieren.
Cover-Praxishandbuch-Pferderecht © Archiv
© Archiv

Buchtipp

Mag. Nina Zappl hat mit ihrem Buch das erste umfassende und aktuelle Buch in Österreich über das Pferderecht geschrieben. Die Dressurreiterin, Juristin und gerichtlich zertifizierte Sachverständige stellt in diesem Praxiswerk die gesamte Materie des österreichischen Pferderechts dar.

Praxishandbuch Pferderecht
Mag. Nina Zappl
Flexibler Einband, 182 Seiten
ISBN: 978-3-7007-4593-8
Preis: EURO 39,-
Erhältlich bei: www.lexisnexis.at
Cadmos Pferderecht Jost Appel © Cadmos
© Cadmos

Buchtipp

Wenn es ums Pferd, dessen Umfeld und Umwelt geht, sind Emotionen und Geld im Spiel - genug Potenzial, um Rechtsanwälten und Gerichten die Arbeit nicht ausgehen zu lassen. Doch nicht jede Streitigkeit muss beim Anwalt bzw. vorm Gericht landen. Als Lektüre für die Freizeit oder Nachschlagewerk für den pferderechtlichen Akutfall will dieses Buch dem Leser in allen rechtlichen Lebensfragen rund ums Pferd praxisnah und juristisch versiert zur Seite stehen. Untermauert mit zahlreichen Urteilen spiegelt der deutsche Autor Jost Appel die gängige Rechtsprechung anschaulich und leicht lesbar wider.

Pferderecht - kompakt, verständlich, praxisnah
Jost Appel
Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 978-3-7007-4593-8
Preis: EURO 39,95
Erhältlich bei: www.cadmos.de
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