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09.11.2017

Schmerzhafte Winterzeit: Was Pferden mit Arthrose jetzt guttut

Bei kaltem, feuchtem Wetter zwickt es nicht nur viele Menschen in Knochen und Gelenken. Auch für manche Pferde ist der Winter eine schwierige Zeit. Ganz besonders für solche mit Arthrose.

Bei kalten Wetter schmerzen die Gelenke von arthrosegeplagten Pferden ganz besonders. © www.slawik.com
Bei kalten Wetter schmerzen die Gelenke von arthrosegeplagten Pferden ganz besonders.
© www.slawik.com
Dass sich Gelenksprobleme vor allem im Winter bemerkbar machen, hat verschiedene Gründe. Zum einen liegt es daran, dass der Körper bei Kälte in den Energiesparmodus wechselt. Zwar werden die überlebenswichtigen Organe und das Gehirn weiterhin wie gewohnt ausreichend mit Blut versorgt, in den Gliedmaßen ist hingegen der Stoffwechsel verlangsamt. Dadurch verspannt sich die Muskulatur und das führt zu dumpfen Schmerzen. Zum anderen reduziert sich bei kalten Temperaturen die Viskosität der Gelenkflüssigkeit, was zu einem erhöhten Reibungsschmerz führt.

Sichtbar werden diese Probleme dann in Bewegungsunlust, steifem Gang und Lahmheit, weshalb viele Pferdebesitzer versucht sind, ihre Pferde in dieser Zeit besonders zu schonen. Ein grundfalscher Gedankengang, wie Hoyt Cheramie, leitender Veterinär für Pferde bei Boehringer Ingelheim, erklärt: „Gerade bei Pferden mit Gelenksproblemen sollte man die gewohnte Trainingsroutine im Winter nicht aussetzen. Erst die kontinuierliche Bewegung sorgt dafür, dass die Gelenke geschmeidig und beweglich bleiben.“

Besonders zu achten sei beim Training von Arthrose-Patienten eine ausreichende Aufwärm- und Cool-Down-Phase. „Für das Warm-Up bieten sich vor allem langsame, einfache Stretching-Übungen an“, erklärt Chermie. „Damit helfen Sie der Muskulatur sich zu lösen und regen die Blutzirkulation in den steifen Gelenken an. Nach dem Training sollten Sie Ihrem Pferd genügend Zeit zum Abwärmen geben, damit es sich entspannen kann und nicht zu viel Körperwärme auf einmal verliert. Auch das hilft, damit die Muskulatur locker bleibt.“ Zwar ist ausreichend Bewegung für gelenksgeplagte Pferde gut und wichtig, übertreiben dürfe man es mit dem Workout aber nicht, so der Veterinär. „Exzessives Training schadet eher, als dass es nützt.“

Kalt-feuchtes Wetter empfinden OA-Patienten übrigens deutlich unangnehmer als trockene Kälte. Warum das so ist, darüber tappen auch Experten im Dunkeln. Werden Pferde von Kälteschmerzen geplagt, helfen bisweilen spezielle Wärmegamaschen. Sie regen die Durchblutung an und können so den Schmerz lindern. Auf ausreichend Bewegung sollte man dennoch nicht verzichten. Arbeiten die Gelenke nicht, produzieren sie weniger Gelenkflüssigkeit und die Schmerzen nehmen zu.

Werden sie zu stark, können entzündungshemmende Medikamente Erleichterung verschaffen. Diese werden entweder oral verabreicht oder direkt ins Gelenk gespritzt. Hilfe kann auch eine  Hyaluronsäure-Therapie bieten. Dabei wird der Bindegewebsbestandteil ins Gelenk injiziert um die Funktion der Gelenkflüssigkeit zu verbessern.

Ein relativ neuer Therapieeinsatz wurde vor kurzem in einer dänischen Studie näher untersucht. Im Mittelpunkt stand Polyacrylamidhydrogel (PAAG) – eine biostabile Substanz, die in der Humanmedizin bei der Herstellung von Endoprothesen (Implantate, die dauerhaft im Körper verbleiben) zum Einsatz kommt, aber auch in der Augen- und plastischen Chirurgie, der Verpackungsindustrie und der Wasseraufbereitung breite Anwendung findet. Wird das Gel direkt in das geschädigte Gelenk gespritzt, integriert es sich innerhalb der Gelenksinnenhaut und sorgt dort dafür, dass Bewegungen des Gelenks einwandfrei und ohne Schmerzen möglich sind. Mehr über die Studie zu PAAG lesen Sie hier.

ps