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20.10.2015

Schweizer erlassen generelles Schlaufzügelverbot auf Turnieren

Die Schweiz ist in Sachen Tierschutz ein absoluter Vorreiter. Das gilt auch für den Pferdebereich. 2014 verboten die Eidgenossen als erstes Land Rollkur und Barren per Gesetz, ab 2016 folgt ein generelles Schlaufzügelverbot auf Pferdesportveranstaltungen.

Bilder wie diese wird es ab 1.1.2016 auf Turnieren, die em Regelwerk des Schweizerischen Verbands für Pferdesport (SVPS) unterliegen, nicht mehr geben. © www.slawik.com
Bilder wie diese wird es ab 1.1.2016 auf Turnieren, die em Regelwerk des Schweizerischen Verbands für Pferdesport (SVPS) unterliegen, nicht mehr geben.
© www.slawik.com
Schlaufzügel sind in Reiterkreisen seit jeher umstritten. Ihr Flaschenzug-Prinzip potenziert die Kraft des Reiters um ein Vielfaches, das Pferd ist der Einwirkung seines Ausbilders bedingungslos ausgeliefert. Ein Umstand, der häufig schonungslos ausgenutzt wird. Dass „Bilder von Pferden am Schlaufzügel insbesondere beim ungeübten Publikum das Gefühl von Zwang und Unterwerfung hervorrufen“, ist dem Schweizerischen Verband für Pferdesport (SVPS) ein Dorn im Auge. Der Pferdesport stehe momentan besonders im Fokus der Öffentlichkeit und dabei leider nicht nur im positiven Licht, heißt es in einer Aussendung. Ein Bild von Zwang und Druck sende falsche Signale und schade dem Image des Pferdesports. Wirke man diesem Eindruck nicht mit allen Mitteln entgegen, könne dies früher oder später ein komplettes Verbot des Pferdesports nach sich ziehen, so die Befürchtungen der Schweizer.

Die Sorge ist nicht unbegründet. Seit Jahren kommen im Internationalen Olympischen Komitee immer wieder Diskussionen auf, ob man auf die Pferdesportdisziplinen, unter anderem aus ethischen Gründen, nicht komplett verzichten möchte. Die Diskussion werde laufend von neuem entfacht, weil eine Mehrheit der Sportinteressierten große Fragezeichen habe, ob der Pferdesport für das Tier überhaupt ethisch vertretbar ist.

Schon bei der Anpassung der Tierschutzverordnung im Jahr 2014 unterstrich Hans Wyss, Direktor des Schweizerischen Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, dass sich der Pferdesport auf einem sehr schmalen Grat bewegen würde. „Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Pferd im Sport wird für die Zukunft entscheidend sein", sagte Wyss. Es werde daher für den Pferdesport essentiell sein, wie er sich künftig gegenüber der Öffentlichkeit, Zuschauern, Medien, Sponsoren und Weiteren positioniert.

Mit der neuen Schlaufzügelverordnung will der SVPS nach dem gesetzlichen Verbot von Rollkur und Barren nun ein weiteres Zeichen setzen, dass man sich kontinuierlich und proaktiv für den vierbeinigen Sportpartner engagiert – zum Wohl und Schutz des Pferde, aber auch des gesamten Pferdesports.

Vollständiges Verbot ab 1.1.2016 gültig

Bislang waren Schlaufzügel lt. Schweizer Reglement an Wettkämpfen der Disziplin Springen erlaubt – allerdings mit Einschränkungen. Während Prüfungen und auf dem Abreitplatz, sobald es ans Springen ging, war den Reitern der Einsatz der Hilfszügel schon jetzt untersagt. Unter Artikel 7.9 Absatz 3wird nun neu formuliert: "Schlaufzügel sind generell verboten (Prüfungen, Abreitplatz, Preisverteilung)."

Die Änderung wurde durch die Reglementskommission des Verbandes sorgfältig analysiert und für gut befunden. Die Umsetzung erfolgt per 1. Januar 2016 und gilt für sämtliche Veranstaltungen, die dem Regelwerk des Schweizerischen Verbands für Pferdesport unterliegen,
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