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19.11.2013

Stehen in der Schweiz bald 30.000 Pferde ohne Stall da?

Während die heimische Pferdeszene angesichts der herannahenden Umsatzsteuererhöhung per 1.1.2014 einer ungewissen Zukunft entgegenblickt, geht es Schweizer Pferdehaltern nicht viel besser. Dank einer neuen Verordnung könnten sich dort bald zehntausende Pferde auf Stallsuche befinden.

Bei Durchsetzung der neuen Verordnung zum Raumplanungsgesetz müssten mehr als 30.000 der rund 100.000 in der Schweiz lebenden Pferde in andere Ställe umgesiedelt werden. Viele Pferdebesitzer sehen sich nun gezwungen ihre Tiere zu verkaufen © fotolia.com - bizoo_n
Bei Durchsetzung der neuen Verordnung zum Raumplanungsgesetz müssten mehr als 30.000 der rund 100.000 in der Schweiz lebenden Pferde in andere Ställe umgesiedelt werden. Experten befürchten, dass sich viele Pferdebesitzer nun gezwungen sehen ihre Tiere zu verkaufen oder töten zu lassen.
© fotolia.com - bizoo_n
Grund für die derzeitige Aufregung unter Schweizer Landwirten und Pferdehaltern ist eine neue Verordnung zum Raumplanungsgesetz, die per Volksabstimmung bereits im März grünes Licht erhielt. Sie sieht vor, dass Bauern in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben, die weniger als eine sogenannte Standardarbeitskraft beschäftigen raumplanerisch als Hobbypferdehalter eingestuft werden. Das Problem: Als solche dürfen sie mit ihren Pferden keine gewerbliche Aktivität ausüben, sprich keine Pensionspferde beherbergen, keine Aufzucht betreiben und insgesamt nicht mehr als zwei Pferde halten.

Experten der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope, die pikanter Weise zum Bundesamt für Landwirtschaft gehört, befürchten nun massive Veränderungen in der Schweizer Pferdehaltung. Wie eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik zeigt, wären aktuell 3.153 Betriebe von der Neuregelung betroffen. Doch anstelle der maximal erlaubten 6.306 Pferde leben dort heute 38.171 Tiere, 31.865 Tiere zu viel. Diese müssten bei planmäßiger  Durchsetzung der Verordnung in Betriebe umgesiedelt werden, die „raumplanerisch zonenkonforme Pensionspferde aufnehmen dürfen“. Ob diese allerdings überhaupt in der Lage sind knapp ein Drittel des gesamt-schweizerischen Pferdebestandes aufzunehmen, ist höchst fraglich. 

Ähnliches Szenario auch für Österreich befürchtet

Eine ganz ähnliche Situation befürchten heimische Experten hinsichtlich der zu erwartenden Einschnitte bei der Umsetzung der Gewerbeordnung. Lt. gültiger Gesetzeslage ist das Einstellen von Reittieren Nebengewerbe der Landwirtschaft und muss gegenüber der landwirtschaftlichen Urproduktion geringfügig sein. Dementsprechend sind Betriebe, die ihre Auskünfte größtenteils bzw. ausschließlich aus der Pferdeeinstellung beziehen – unabhängig von Größe und Flächenausstattung – als Gewerbebetriebe einzustufen. Für betroffene Betriebe fällt damit nicht nur eine Umwidmung ihrer Betriebsflächen an (ansonsten Stilllegung bzw. Abbruch), sondern auch eine Betriebsanlagengenehmigung, die in einer erhöhten Grundsteuer etc. resultiert. Laut Angaben der Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Pferdezüchter (ZAP) drohen als Konsequenz hunderte, wenn nicht tausende, Betriebsschließungen, die ihrerseits eine massive Teuerung der verbleibenden Einstellplätze nach sich ziehen könnte. Als Folge befürchten Experten einen fatalen Einbruch in Bereichen wie Freizeitreiterei, Zucht, Sport und den damit verbundenen Dienstleistungen, sodass die Pferdewirtschaft insgesamt nachhaltig massiv geschädigt werden könnte.

Quelle
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