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22.10.2014

Vorarlberger Pferdehof sorgt für politische Diskussionen

Ein Video des Tierschutzvereins Rankweil (V) gab jüngst Anlass zur Aufregung. Vor allem die Bilder eines sterbenden Pferdes erhitzten die Gemüter. Mittlerweile sorgt der Fall auch auf Bundesebene für Grundsatzdiskussionen zum Thema Tierhaltung und Ethik.

Ein Youtube-Video des Tierschutzvereins Rankweil, das abgemagerte Pferde auf einem Gnadenhof in Feldkirch/Tosters zeigt, sorgt derzeit für eine Grundsatzdiskussion zum Thema Tierhaltung und Ethik. © Sven Cramer - fotolia.com
Ein Youtube-Video des Tierschutzvereins Rankweil, das abgemagerte Pferde auf einem Gnadenhof in Feldkirch/Tosters zeigt, sorgt derzeit für eine Grundsatzdiskussion zum Thema Tierhaltung und Ethik.
© Sven Cramer - fotolia.com
Während Tierschützer desolate Zustände und großes Tierleid orten, können Behörden und Veterinärmediziner auch nach mehrfacher Prüfung keinerlei Gesetzesverstöße ausmachen. „Hier lässt man Pferde elendig zu Grunde gehen und fast verhungern“, lautet der schwere Vorwurf. Diesen sehen die Kritiker des Feldkircher Pferdehofes spätestens seit Veröffentlichung eines Videos bestätigt, das unter anderem Aufnahmen eines sterbenden Pferdes in Abwesenheit eines Tierarztes zeigt. Besonders skandalös sei es zudem, dass die Pferde teilweise noch von Kindern geritten werden.

Behörden sehen keine Gesetzesverstöße

Trotz der großen medialen Aufregung sieht Dr. Oswald Kessler von der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch keinen weiteren Handlungsbedarf. Man habe den Hof nach zahlreichen Meldungen durch Anrainer, Verwandte und Internetnutzer bereits im Sommer überprüft. Sämtliche Verbesserungsvorschläge der Behörde seien inzwischen vom Betreiber umgesetzt worden. „Ein Paradies für Pferde würde ich mir anders vorstellen, aber tierschützerischen Handlungsbedarf gibt es von Gesetzeswegen keinen“, wird der Veterinär auf Vorarlberg Online zitiert. Auch Amtstierarzt Erik Schmid, zuständig für den Tierschutzvollzug in den Bezirken Bregenz und Dornbirn, kann in den auf dem Video gezeigten Zuständen keine Verstöße erkennen. Es sei ganz generell eine sensible Grundsatzfrage wann der „richtige“ Zeitpunkt zum Einschläfern eines Pferdes sei bzw. ob man es doch lieber eines natürlichen Todes sterben lasse, gibt Schmid zu bedenken. „Natürlich ist der Tod kein schöner Anblick. Ein Pferd sterben zu lassen, ist aber an sich kein Tierschutzdelikt“, gibt Kessler zu bedenken. „Ein Gesetz ist ein gesellschaftlicher Kompromiss. Während die einen sagen, man solle das Tier erlösen, verstehe ich auch, wenn man der Meinung ist, dass man dem Pferd nicht wenige Stunden vor seinem Tod eine Dosis Gift spritzen sollte“, führt er weiter aus.

Diskussion auf Bundesebene

Anders sieht SPÖ-Tierschutzsprecherin Gabriele Sprickler-Falschlunger die Sache. Sie konstatierte „behördlich legitimierte Tierquälerei“ und erhält dabei Schützenhilfe von Grün-Abgeordneter Nina Tomaselli, die angesichts des Youtube-Videos die tierärztlichen Kontrollen und die Wirksamkeit des Tierschutzgesetzes in Frage stellt. „Ich verstehe nicht, warum die Veterinärbehörden nicht tätig geworden sind“, sagt Tomaselli. „Alle Tiere müssten mit Respekt behandelt werden, unabhängig davon, ob die Behörden einen Gesetzesverstoß erkennen oder nicht.“

Tierschützer geben sich nicht geschlagen

Auch wenn die Vorarlberger Behörden aktuell keinen Handlungsbedarf sehen, für die Tierschützer ist das Thema noch nicht erledigt. Sie planen jetzt eine Flugblattaktion mit der sie die vor allem die Eltern wachrütteln wollen. „Sie müssen erfahren, dass es eine Qual für die schwachen Pferde ist, wenn ihre Kinder auf ihnen reiten“, so Tierschutzvereinsobfrau Michaela Bonmassar. Doch auch in diesem Punkt gibt es mit der Behörde keine Einigkeit. Amtstierarzt Erik Schmid sieht es hingegen als einen Vorteil wenn ein altes Pferd in Bewegung bleibt, wie er im Gespräch mit ORF.at betont.
Die Entscheidung, wann der richtige Augenblick ist, sich von seinem Pferd zu verabschieden, gehört zu den schwersten, die ein Pferdebesitzer zu fällen hat. Sie verlangt tiefgreifende Überlegungen über die Würde und den Wert des Lebens. Die wichtigsten Informationen zum Tabuthema Pferdetod lesen Sie hier.
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