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10.02.2017

Vielversprechende Therapie bei Equinem Herpes entdeckt

Anlass zur Hoffnung, dass die neurologische Form des Equinen Herpes Virus bald von ihrem Schrecken verlieren könnte, gibt eine Studie Schweizer Wissenschaftler. Erste Tests mit einem körpereigenen Vielfachzucker brachten vielversprechende Ergebnisse.

Für die Prävention der neurologischen Form von EHV-1 stehen bislang keine verlässlichen Medikamente zur Verfügung. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte nun Schweizer Wissenschaftlern gelungen sein. © www.slawik.com
Für die Prävention der neurologischen Form von EHV-1 stehen bislang keine verlässlichen Medikamente zur Verfügung. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte nun Schweizer Wissenschaftlern gelungen sein.
© www.slawik.com
Ein Ausbruch von Equinem Herpes im Stall ist für Pferdebesitzer wie Anlagenbetreiber ein ausgewachsener Albtraum. Vor allem die gefürchtete neurologische Form der Viruserkrankung kann fatale Folgen für die betroffenen Pferde haben. Diese, auch als equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) bezeichnete Form, verursacht Gefäßschädigungen im Gehirn und Rückenmark, die sich häufig als Störungen der Bewegungskoordination und Lähmungen der Extremitäten zeigen. Mit Fortschreiten der Krankheit kommt es zu Stolpern, Bewegungsunlust und schwankendem Gang und schließlich zum Festliegen. Hält dieser Zustand über drei Tage an, gibt es meist nur noch wenig Hoffnung für die betroffenen Tiere - sie werden in der Regel euthanasiert.

Bislang gibt es keinen Impfstoff und kein Medikament, das einen wirkungsvollen Schutz vor EHM bietet oder erkrankte Tiere schneller gesunden lässt. Doch es scheint, als gäbe es endlich Licht am Ende des Tunnels.

Ein Forscherteam der Universität Zürich untersuchte die Wirkung von Herparin, einem therapeutischren Mittel zur Blutgerinnungshemmung, bei EHV-1. Weil es bei der neurologischen Form zu einer gestörten Durchblutung im Bereich des Rückenmarks kommt und Heparin die Fähigkeit besitzt den Viruseintritt in Zellen zu blockieren, entstand die Hypothese, dass die Verabreichung des körpereigenen Vielfachzuckers an EHV-1-infizierte Pferde das auftreten der neurologischen Form eindämmen könnte.
Bei der neurologischen Verlaufsform kommt es häufig zu Störungen der Bewegungskoordination und Lähmungen der Extremitäten. © Sonja Berger/VUW
Bei der neurologischen Verlaufsform kommt es häufig zu Störungen der Bewegungskoordination und Lähmungen der Extremitäten.
© Sonja Berger/VUW
Gelegenheit, ihre These zu testen, bekamen die Forscher bei einem Ausbruch des Virus, der nicht weniger als 61 Pferde betraf. 31 der Tiere, die ab dem zehnten Tag des Ausbruchs Fieber zeigten, wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen zweimal täglich Heparin unter die Haut gespritzt. Die übrigen 30 bis zu diesem Zeitpunkt erkrankten Pferde erhielten kein Heparin. Es zeigte sich, dass von den mit Heparin therapierten Pferde nur ein einziges Symptome der EHM entwickelte. Demgegenüber standen sieben Pferde in der Gruppe ohne Heparinapplikation.

Die Ergebnisse dieser Fallstudie sind ermutigend. Mit der Heparintherapie könnte die Forschung erstmals auf eine wirkungsvolle Strategie gegen die Ausbildung von neurologischen Symptomen bei Equinem Herpes des Typs EHV-1 gestoßen sein. Bis sie  jedoch in der Praxis zum Einsatz kommen kann, sind noch weitere Studien erforderlich.

ps
Die Fallstudie "Prävention der equinen Herpesvirus-Myeloenzephalopathie – Ist Heparin eine vielversprechende Option?" wurde in Ausgabe 5/2016 der veterinärmedizinischen Fachzeitschrift "Tierärztliche Praxis" veröffentlicht. Eine Zusammenfassung des Artikels gibt es hier.
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