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29.06.2017

Zwei weitere Pferde in Hamburg Opfer der Equinen Infektiösen Anämie

Bislang hatte es sich beim EIA-Fall in Hamburg-Altona lediglich um einen Verdachtsfall gehandelt. Dieser wurde nun offiziell bestätigt. Und es kommen zwei weitere Infektionsfälle hinzu.

© 135pixels - fotolia.com
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Wie die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg am Mittwoch mitteilte wurde nun bei zwei Pferden im Bezirk Altona das Virus der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer (Equine Infektöse Anämie - EIA) amtlich festgestellt. Es wurde ein Sperrbezirk mit einem Umkreis von einem Kilometer um die betroffenen Haltungen, die in unmittelbarer Nähe zueinander liegen, eingerichtet. Für alle im Sperrbezirk gehaltenen Pferde wurden tierseuchenrechtliche Schutzmaßnahmen angeordnet.

Am selben Tag wurden zudem bei einem dritten Pferd, das ebenfalls im Sperrbezirk gehalten wird, Antikörper gegen das Virus festgestellt. Eine amtliche Probennahme wurde eingeleitet, die im nationalen Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts zur Bestätigung des Verdachts untersucht wird. Erst mit der Bestätigungsuntersuchung gilt der Ausbruch der Krankheit als amtlich festgestellt.

Symptome, Übertragung, Prävention

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine Virusinfektion von Pferden und anderen Einhufern (zum Beispiel Esel, Maultiere und Zebras), die sich als akute oder chronische Krankheit mit Fieberschüben zeigt und nach unterschiedlich langem Verlauf tödlich enden kann. Manchmal treten aber auch keinerlei Krankheitssymptome auf. Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer kommt weltweit vor, tritt jedoch regional gehäuft in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika, Australien sowie Süd- und Osteuropa auf.

Die Übertragung des Virus erfolgt hauptsächlich durch blutsaugende Insekten wie Bremsen und Stechfliegen. Das Virus bleibt in den Mundwerkzeugen der Insekten etwa 30 Minuten infektiös. In der Regel ist ein mehrfaches Stechen erforderlich, um einen Equiden zu infizieren. Eine Übertragung durch Insekten über Distanzen von mehr als 100 bis 200 Metern ist unwahrscheinlich. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier setzt einen sehr engen direkten Kontakt voraus.

Betroffene Tiere müssen getötet werden, da sie lebenslang Virusträger bleiben. Virusträger stellen für die Verbreitung der Erkrankung eine große Gefahr dar. Eine Behandlung oder Impfung ist derzeit noch nicht möglich.

Tiere mit unklarer Symptomatik (therapieresistente Fieberschübe) sollten sofort dem Haustierarzt vorgestellt werden. Bei Seuchenverdacht muss das zuständige Verbraucherschutzamt des Bezirks informiert werden. Vom Ankauf von Pferden unklarer oder verdächtiger Herkunft wird abgeraten.

Um das Risiko einer Übertragung zu minimieren, rät die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Tierhaltern folgende Maßnahmen zu ergreifen:
  • Sauber halten der Ställe und allen dazugehörigen Räumlichkeiten.
  • Vermeiden eines gemeinsamen Gebrauchs von Ausrüstung wie Sattelzeug, Trensen und Putzzeug; im Falle einer gemeinsamen Nutzung sollte das Zubehör nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert werden.
  • Weidegänge auf Zeiten mit geringerer Flugaktivität übertragender Insekten verlegen soweit möglich. Weiden und Paddocks möglichst trocken halten.
  • Schutz von Insekten durch das Eindecken der Tiere, den Einsatz von Repellentien sowie Insektenfallen im Stall.
  • Möglichst viele Pferdebestände auf EIA untersuchen lassen, insbesondere die, in welchen Pferde stehen, die aus dem Ausland eingeführt wurden oder die Kontakt zu ansteckungsverdächtigen Tieren hatten und eine Gefahr für andere Einhufer sein können.

Quelle

ps
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