Studie

Menschen mit Covid-19 sollten engen Kontakt mit ihren Pferden vermeiden

Ein Artikel von Pamela Sladky | 01.03.2022 - 12:43
14291755030884.jpg

Auch Pferde können sich mit dem Coronavirus anstecken. Wer gerade eine Infektion durchmacht, sollte engen Kontakt zu seinem vierbeinigen Liebling deshalb vorübergehend besser vermeiden.   © lovinghorses - Fotolia.com

Die ersten Meldungen von Hunden, die positiv auf SARS-Cov-2 getestet worden waren, gingen bereits Ende Februar 2020 um die Welt. Die Angst, die Vierbeiner könnten deshalb maßgeblich zur Verbreitung von Covid-19 beitragen, erwies sich zum Glück jedoch als unbegründet. Zwar geben Studien Hinweise darauf, dass sich Hunde bei ihren Besitzer:innen anstecken können, eine Übertragung vom Hund auf den Menschen oder auf Artgenossen ist bisher allerdings noch nicht vorgekommen. Hunde gelten deshalb als "epidemiologische Sackgasse" für SARS-CoV-2.

Nicht ganz so unproblematisch verhält sich das Virus, wenn es auf Katzen trifft. Auch wenn infizierte Samtpfoten für Menschen keine Gefahr darstellen, erweist sich der umgekehrten Fall in manchen Fällen als weniger harmlos. Im November 2021 verstarben in einem amerikanischen Streichelzoo drei Schneeleoparden an Covid-19, nachdem sie sich bei infizierten Personen angesteckt hatten. Und auch untereinander können die Tiere das Virus weitergeben. Im Fall einer eigenen Erkrankung sollten Katzenhalter:innen den Kontakt zu ihrem Stubentiger deshalb so gering wie möglich halten, rät die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).

Ähnliches gilt neuesten Erkenntnissen nach auch für Pferdebesitzer:innen. Eine kürzlich veröffentlichten Studie, durchgeführt von Forscher:innen der kalifornischen Universität Davis, zeigte, dass rund 6 Prozent der Pferde, die in engen Kontakt mit SARS-CoV-2-positiven Personen standen, Antikörper gegen das Virus entwickelt hatten. Klinische Symptome waren zwar keine zu beobachten, die Forscher:innen empfehlen jedoch Pferden bei einer bestehenden Infektion nicht allzu nahe zu kommen. „Ähnlich wie Hunde scheinen Pferde keine klinische SARS-CoV-2-Infektion zu entwickeln“, berichteten Kaila Lawton und ihre Forscherkollegen im Fachjournal „Animals“. „Jedoch können sie als zufällige Wirte fungieren und eine stille Infektion durchmachen, nachdem sie von Menschen mit Covid-19 angesteckt wurden.“
 

Gefährliches Ping Pong

Die Sorge hinter diese Empfehlung: Tiere könnten dazu beitragen, dass sich Sars-CoV-2 zu einer reversen Zoonose entwickelt, was so viel bedeutet wie, dass das Virus von Menschen auf (Wild)Tiere überspringt und dort mutiert – um hernach in veränderter Form zu uns zurückzukehren und für neue Probleme zu sorgen. Laut einer Liste des New Yorker Cary Institute of Ecosystem Studies können sich rund 540 Tierarten mit dem Virus infizieren und es weitergeben. Neben vielen Primaten sind das unter anderem Hamster, Hirsche, Ameisenbären, Faultiere, Schafe und Rinder aber auch Unpaarhufer wie Pferde.

Was der Menschen mit all diesen Spezies gemein hat, ist der ACE2-Rezeptor, ein Zellprotein, das es Sars-CoV-2 ermöglicht, an die Wirtszelle anzudocken und sich darin zu vermehren. Diesen Rezeptor haben vor allem Säugetiere – Fische, Vögel und Reptilien scheinen hingegen weniger empfänglich für das Virus.