Gesundheit

Tödliche Krankheit: Equine Infektiöse Anämie in Thüringen aufgetreten

Ein Artikel von Pressemitteilung | Red. | 27.03.2026 - 10:00
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Nachweislich mit EIA infizierte Pferde müssen, unabhängig vom Krankheitsbild, immer getötet werden, um keinen dauerhaften Virusherd zu belassen, durch den sich immer weitere Tiere anstecken können.  ©charlymorlock - stock.adobe.com

Bei dem betroffenen Pferd handelte es sich nach Angaben des Landratsamtes um ein 33-jähriges Tier aus privater Haltung. Das hochbetagte Pferd hatte aufgrund von Erkrankungen eingeschläfert werden müssen, Anzeichen auf infektiöse Anämie hätten zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht vorgelegen.

Erst im Nachgang wurden dann Proben genommen, die schließlich den Nachweis auf EIA erbrachten. Der Verdacht wurde am vergangenen Sonntag durch das FLI bestätigt. 

Die Ursache der Ansteckung ist bislang völlig unklar. Das für den Wartburgkreis zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt habe Maßnahmen zum Schutz vor einer Weiterverbreitung der Tierseuche eingeleitet, hieß es. Im Umkreis von einem Kilometer um den Ausbruchsort seien gefährdete Tiere untersucht worden. 

Kontakttiere werden ermittelt

Davon abgesehen wurde begonnen, mit welchen Pferden das erkrankte Tier Kontakt gehabt haben könnte. Es handle sich dabei um sehr aufwendige Recherchen, so das zuständige Veterinäramt. Als Grundlage werden die verpflichtenden schriftliche Aufzeichnungen von Zu- und Abgängen gehaltener Tiere herangezogen.

Das Ministerium ruft Halter:innen von Pferden und pferdeähnlichen Tieren auf, bei unklaren Krankheitsanzeichen zügig tierärztlichen Rat einzuholen. Bei Seuchenverdacht ist das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt umgehend zu informieren. Infektiöse Anämie ist meldepflichtig, die Krankheit gilt als unheilbar, betroffene Tiere – auch wenn sie symptomlos sind –werden ausnahmslos getötet, um eine Ausbreitung zu verhindern. (Mehr über die Equine Infektiöse Anämie lesen Sie hier.)

Erster Fall in Thüringen seit 15 Jahren

Die Krankheit, die akut oder chronisch verlaufen kann, ist weltweit verbreitet und kommt gehäuft in Asien, Osteuropa und Südamerika vor. In Deutschland tritt sie sporadisch auf. Seit 2010 wurden laut Ministerium bundesweit 72 Fälle gemeldet. In Thüringen wurde sie zuletzt im Dezember 2011 bei einem Pferd nachgewiesen. In den Jahren zuvor hatte es Dutzende Fälle im Freistaat gegeben, zahlreiche Pferde mussten eingeschläfert werden.