Für seinen ersten gemeinsamen Auftritt auf internationaler Bühne wählte Lisa Wernitznig das Nationenpreisturnier in Lier (BEL) – allerdings ging das Paar nicht in der O-Tour an den Start, sondern in der parallel ausgetragenen 3*-Tour.
Auch diese war mit insgesamt 26 Starterpaaren quantitativ stark besetzt. Bereits am Donnerstag stand der Grand Prix auf dem Programm. Bei dieser Gelegenheit holten sich Lisa Wernitznig und Superb das erste von zwei nötigen Qualifikationsergebnissen. Wer seine Chance auf eine Teilnahme an der WM in Aachen wahren möchte, muss gemäß FEI-Vorgabe zwei Bewertungen von über 66 % in einem Grand Prix ab Drei-Sterne-Niveau vorweisen können. Diese Hürde meisterten die gebürtige Kärntnerin, die seit vielen Jahren Bereiterin im Stall von Isabell Werth ist, und die 14-jährige Hannoveraner Stute von Surprise locker.
Platz sechs und 68,626 % lautete das Ergebnis im Durchschnitt der fünf Richter:innen. Es hätte auch mehr sein können, doch ein Fehler in den doppelt zählenden Einerwechseln verhinderte eine Wertung im 70-Prozent-Bereich. Zur Erinnerung: Laut aktuellen Kaderbestimmungen des OEPS sind für eine Aachen-Nominierung zwei Ergebnisse über 70 % bei zwei wählbaren CDIs ab Drei-Sterne-Niveau nötig. Ob diese Vorgabe auch unter der neuen OEPS-Führung und Neo-Dressurreferent Christian Steiner bestehen bleibt, ist derzeit allerdings offen. Bislang hat jedenfalls noch kein einziges österreichisches Paar die OEPS-Kriterien vollständig erfüllt. Lediglich Bettina Kendlbacher und Felicita Simoncic konnten bislang jeweils ein Ergebnis über 70 % auf ihrem Konto verbuchen.
Lisa Wernitznig und Superb beendeten ihr internationales Debütturnier mit einem Platz auf dem Stockerl. Im Grand Prix Spécial, den 16 Paare in Angriff nahmen, kamen die beiden auf 68,830 %. Den Sieg holte der Belgier Tommie Visser auf Karma Begijnhoeve, das Paar kam nach einem Wechselfehler auf 69,830 %. Auch für Lisa Wernitznig und Superb erwies sich die Wechseltour erneut als Stolperstein in einer ansonsten sehr konstanten Prüfung.
Trotz kleinerer Fehler überwog am Ende jedoch der positive Eindruck. Mit zwei konstanten Vorstellungen auf internationalem Parkett und einem Podestplatz zum Abschluss gelang Lisa Wernitznig und Superb ein vielversprechender Einstand auf Drei-Sterne-Niveau. Der Kreis der österreichischen Anwärter:innen auf einen WM-Startplatz ist damit um ein weiteres Paar reicher.
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.