Katharina Rhomberg und Colestus Cambridge (im Bild bei den Olympischen Spielen in Paris) steuerten dem rot-weiß-roten Teamergebnis beim Nationenpreis-Auftakt in Mannheim zwei fehlerfrei Runden bei. © holcbecher.com
Mannheim ist 2026 die einzige deutsche Station im Nationenpreiskalender – entsprechend hochkarätig präsentierte sich das Teilnehmerfeld. Elf Nationen waren am Start, viele davon mit erprobten Paaren. Österreich setzte – ganz dem EEF-Gedanken folgend – bewusst auf eine Mischung aus Erfahrung und Perspektive: Equipechefin Angelika May vertraute auf Katharina Rhomberg mit Colestus Cambridge als Fixpunkt sowie Bianca Babanitz (Dakato), Jannik Domaingo (Lover Boy van het Schaek) und Felix Koller (Cossinelle).
Der 28-jährige Koller ist kein Neuling im Nationenpreis, wohl aber in dieser Konstellation: Mit der 13-jährigen Cascadello-Tochter Cossinelle hat er wieder ein Pferd, das das nötige Rüstzeug für Team-Einsätze mitbringt – das hat die Stute in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach gezeigt. In Mannheim zeigte das Duo bei seinem gemeinsamen Nationenpreis-Debüt viel Potenzial, leider war ihnen das Glück nicht ganz hold. Ein Abwurf in Runde eins, zwei im zweiten Umlauf – ein solides Ergebnis, aber da geht sicherlich noch mehr.
Ähnlich einzuordnen ist der Auftritt von Jannik Domaingo. Im ersten Umlauf hielt er Lover Boy van het Schaek kontrolliert zusammen, zwei Zeitfehlerpunkte waren das Resultat einer bewusst vorsichtig angelegten Runde. Im zweiten Umlauf kamen zu einem Zeitfehler zwei Abwürfe hinzu.
Hufeisen auf Abwegen
Für das größte Auf und Ab der Gefühle sorgte heute jedoch Bianca Babanitz. Mit ihrem Dakato hatte sie hier 2025 bereits eine Nullrunde zum österreichischen Teamergebnis beigesteuert. Doch diesmal erwischte das Paar einen denkbar schlechten Start: Gleich am ersten Sprung verabschiedete sich nicht nur eine Stange, sondern auch eines von Dakatos Hufeisen im hohen Bogen. Danach war der Rhythmus weg, auf weitere Abwürfe folgte letztlich auch noch eine Verweigerung. In Summe wurden es 31 Fehlerpunkte und das Streichergebnis in dieser Runde.
Nach diesem suboptimalen Auftakt präsentierte sich das Paar in Runde zwei umso beeindruckender: Mit einem beherzten Ritt pilotierte Babanitz ihren zwölfjährigen Diarado-Sohn über die 15 Sprünge – und diesmal blieben nicht nur auch alle Eisen an den Hufen, sondern auch alle Stangen in den Auflagen. Gerade zur rechten Zeit für das österreichische Team und ein zusätzlicher Motivationsschub für Schlusspaar Katharina Rhomberg und Colestus Cambridge.
"Kathi ist unser Superstar!"
Die beiden hatten bereits im ersten Umlauf ihre Klasse mit einer Nullrunde bewiesen – und legten im zweiten mit einem weiteren Nuller gekonnt nach. „Kathi ist unser Superstar“, jubelte Equipechefin Angelika May, die sich mit der Leistung ihrer Mannschaft insgesamt sehr zufrieden zeigte: „Dass Biancas Dakato im ersten Umlauf am ersten Sprung ein Eisen verloren hat, hat uns natürlich einiges gekostet. Aber sie sind großartig zurückgekommen. Felix und Cossinelle wären jederzeit in der Lage Doppelnull zu reiten, heute hat ihnen leider ein bisschen das nötige Glück gefehlt. Und auch Jannik und Lover Boy haben uns im ersten Umlauf eine sehr gute Runde gezeigt – man darf nicht vergessen, dass es erst ihr dritter Nationenpreis ist. Auch hier sehe ich noch Potenzial.“
Mit 14 Fehlerpunkten belegte Österreich Rang sechs, innerhalb der Central-Region bedeutete das Platz drei und damit 80 Punkte. Relevante Konkurrenten wie die Niederlande, Tschechien oder Ungarn blieben hinter dem rot-weiß-roten Team – ein guter Auftakt.
Gerrit Nieberg und IB Queen sicherten mit einer Nullrunde den Sieg für das deutsche Team. © EEF/Pferdefotografie Stefan Lafrentz
Deutschland ohne Abwurf
An der Spitze dominierte Gastgeber Deutschland und wiederholte seinen Vorjahressieg mit einer makellosen Bilanz von null Fehlerpunkten. Spannend war es dennoch bis zum Schluss: Als letzter Reiter behielt Gerrit Nieberg die Nerven und sicherte mit einer fehlerfreien Runde den Sieg – ein Abwurf hätte ein Stechen bedeutet.
Gemeinsam mit Michael Jung (Fischerheros Z), Sandra Auffahrt (Quirici H) und Stefan Engbers (Baju NRW) ließ das deutsche Team nichts anbrennen. Platz zwei ging an Belgien vor Irland, beide Teams mit jeweils vier Fehlerpunkten. Dahinter folgten die Schweiz und Frankreich mit je acht Punkten.
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.