Spanische Hofreitschule

Neue Geschäftsführerin: Alexandra Kaszay übernimmt die Zügel an der Spanischen

Ein Artikel von Redaktion | 10.03.2026 - 18:03
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Ab 1. April im Amt: Neo-Hofreitschul-Chefin Mag. Alexandra Kaszay © BMLUK

Kaszay bringt für ihre neue Position an der Spanischen Hofreitschule vor allem eines mit: Managementerfahrung. Mehr als zehn Jahre lang war sie Alleingeschäftsführerin der Wiener Kongresszentrum Hofburg BetriebsgesmbH. Davor war sie rund 15 Jahre in leitenden kaufmännischen Funktionen im Top-Management tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in Strategie, Finanzen, Controlling und Organisationsentwicklung.

Pferde-Expertise spielte bei der Besetzung der Position nur eine Nebenrolle. Bereits in der Ausschreibung waren Kenntnisse der klassischen Reitkunst lediglich als „erwünscht“ formuliert – nicht jedoch als Voraussetzung.

Dass Kaszay – ebenso wie ihr mittlerweile entlassener Vorgänger Alfred Hudler – keine ausgewiesene Pferdeexpertin ist, dürfte daher wenig überraschen. In Fachkreisen könnte dieser Umstand noch für Diskussionen sorgen.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig begrüßte die Entscheidung des Aufsichtsrats. Kaszay bringe „die entscheidenden Qualifikationen für ihre Aufgabe als Geschäftsführerin mit wie eine langjährige Führungserfahrung, hervorragende fachliche Eignung sowie Branchenerfahrung in den Bereichen Tourismus und Veranstaltungsmanagement.“

Großes Interesse an der Position

Die Position war öffentlich ausgeschrieben worden. Laut derstandard.at hatten sich insgesamt 58 Bewerberinnen und Bewerber auf die öffentliche Ausschreibung gemeldet. In den Auswahlprozess war eine externe Beratungsgesellschaft eingebunden, zudem wurden mehrere Hearings durchgeführt. Aus diesen ging Kaszay nach Angaben aus dem Umfeld des Verfahrens als bestgeeignete Kandidatin hervor.

Die neue Geschäftsführerin übernimmt ein Institut in schwieriger Lage. Die Hofreitschule steht seit Jahren wirtschaftlich und personell unter Druck und sieht sich immer wieder Kritik ausgesetzt. Die Entlassung von Hudler markierte zuletzt den Höhepunkt einer Reihe interner Konflikte und negativer Schlagzeilen.

Kaszay kündigte an, die Institution stabilisieren zu wollen: „Es gilt die Reputation der Spanischen Hofreitschule zu stärken und als kulturelle Visitenkarte Österreichs sowohl finanziell als auch personell und organisatorisch gut für die Zukunft aufzustellen.“
 

Rückkehr des "Leiters der Reitbahn"

Im Zuge der heutigen Pressekonferenz kündigte Norbert Totschnig an, dass es künftig wieder einen „Leiter der Reitbahn“ geben wird – eine Funktion, die sich vorrangig um jene Agenden kümmert, die im Zusammenhang mit den Pferde und ihren Bereitern stehen. Der letzte „Leiter der Reitbahn“ an der Spanischen Hofreitschule war Ernst Bachinger, der das Amt von 2006 bis 2012 inne hatte. Nach seiner Pensionierung entschied der Aufsichtsrat der Hofreitschule, die seine Agenden auf mehrere Mitglieder des reitenden Personals aufzuteilen.