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Valparaiso von (Vitalis x Fürst Piccolo) unter Wolfgang Himsl bei der Sichtung auf dem Gutenhof

© Petra Kerschbaum
Dressur

Ermelo: Valparaiso und Wolfgang Himsl im WM-Finale

Ein Artikel von Pamela Sladky | 04.08.2018 - 22:49

Die erste Qualifikationsprüfung in der Klasse der siebenjährigen Pferde hatte der Westfalenhengst am Freitag als 16. noch knapp verpasst. Da hatte es von den Richtern 73,979 Prozent für den bildschönen Dunkelfuchs gegeben. Im kleinen Finale drehte der Vitalis-Sohn aus dem Besitz von Sissy Max-Theurer dafür umso mehr auf. Diesmal konnte Wolfgang Himsl die Stärken des Hengstes richtig gut in Szene setzen. Das Duo punktete vor allem in den Bereichen Perspektive (9) und Rittigkeit (8,8). Aber auch in den übrigen Kriterien räumte der Reservesieger der Westfalenkörung in Münster-Handorf 2013 ordentlich ab. 8,2 für den Trab, 8,3 für den Schritt und 8,5 für den raumgreifenden, im herrlichen Bergauf angelegten Galopp, kam das Duo unterm Strich auf starke 79,363 Prozent. Das bedeutete den Sieg und damit die souveräne Qualifikation fürs morgige Finale.

Ganz ohne Umwege hat es ein weiteres Max-Theurer-Pferd ins Finale der Sechsjährigen geschafft: Sisters Act OLD vom Rosencarree. Die Stute gewann als Vierjährige das deutsche Bundeschampionat unter Anna Sophie Fiebelkorn, 2017 übernahm Dorothee Schneider die Zügel der Sandro Hit-Tochter und qualifizierte sie erfolgreich für das WM-Finale der fünfjährigen Dressurpferde, das die Stute als Vierte beendete. Bei ihrem zweiten Antreten in Ermelo überzeugte Sisters Act OLD erneut durch ihre große Grundqualität, die von Dorothee Schneider einmal mehr optimal zur Geltung gebracht wurde. 8,58 als Gesamtwertung (Trab 8,8, Schritt 8,5, Galopp 8,0, Durchlässigkeit 8,7, Perspektive 8,9) bedeuteten Rang sechs und damit den Durchmarsch für die elegante Fuchsstute.

Donne Par Dieu und Facilone haarscharf am Finaleinzug vorbei

Ganz knapp dran am Einzug ins Finale waren die beiden österreichischen Vertreter in dieser Klasse. Der Oldenburger Donne Par Dieu (Don Juan de Hus x Diamond Hit) aus dem Besitz von Fritz Gaulhofer wurde von Lisa Maria Pfiusi vorgestellt und zeigte eine sehr gute Runde. Vor allem der raumgreifenden, taktmäßigen Schritt (8,7) und der schön gesprungenen Galopp (8,2) überzeugten die Jury. Schade: Mit 7,92 Punkten als Gesamtwertung verpasste der Fuchshengst als Dreizehnter den Einzug ins Finale gerade mal um 0,04 Punkte.

Ganz ähnlich erging es Facilone unter Stephanie Dearing. Auch der Hannoveraner Wallach von Fürstenball x De Niro punktete ganz besonders im Schritt, für den er mit 8,8 die zweithöchste Note des Teilnehmerfeldes erhielt. Am Ende wurde es für das Duo Platz 14 mit einer Gesamtnote von 7,88 Punkten.

Anders als bei Valparaiso ging der Umweg über das kleine Finale für beide Paare nicht auf. Facilone bestätigte seinen guten Gesamteindruck erneut mit einer Wertung von 7,72, die im Platz acht einbrachte. Donne Par Dieu und Lisa Maria Pfiusi beendeten die WM als Dreizehnte (7,52).

Revolution Weltmeister bei den Fünfjährigen

Vorzeitig zu Ende war das Championat auch für Österreichs Teilnehmer bei den fünfjährigen Pferden. Bartlgut’s Alsandair, ein holsteinisch gebrannter Ampere-Sohn aus einer Lorentin-Mutter belegte Unter Ulrike Prunthaller im kleinen Finale Rang elf (8,04), d’Evelino (Don Bosco x Apreggio) mit Stephanie Dearing im Sattel wurde Sechzehnter (7,58).

Neuer Weltmeister bei den fünfjährigen ist Revolution. Der langbeinige Westfale von Rocky Lee x Rouletto wurde vom Dänen Andreas Helgstrand vorgestellt, von dem man sich insgesamt eine feinere, dem Alter des Pferdes besser angepasste und weniger auf spektakuläre Bewegungen ausgelegte Einwirkung gewünscht hätte. Der Hengst selbst besticht in allen drei Grundgangarten durch eine hervorragende Qualität. Für den Galopp erhielt er ebenso wie für die Perspektive die Höchstnote 10, im Trab gab es eine 9,8, Schwächen hat der Dunkelbraune, wenn überhaupt, dann vielleicht im Schritt (9,0) und noch etwas in der Durchlässigkeit (9,3). Sein Sieg fiel mit 9,62 als Gesamtnote dennoch überzeugend aus.

Den perfekten Schritt hat, wenn es nach der Jury geht, der neue Viezweltmeister, Destacado unter dem Deutschen Matthias Rath. Der Hannoveraner erhielt hier eine 10,0. zusammen mit einer 8,9 für den Trab, jeweils einer 9,4 für den Galopp und die Durchlässigkeit und einer 9,7 für die Perspektive landete der Desperados-Sohn aus einer Londonderry-Mutter nach einer harmonischen und sehr gefälligen Runde mit 9,48 Punkten auf Platz zwei. Rang drei war mit Candy OLD unter Eva Möller ebenfalls deutsch besetzt. Das Duo schloss bei 9,38 Punkten (Trab 9,8; Schritt 8,6; Galopp 9,4; Durchlässigkeit 9,4; Perspektive 9,7)

Alle Ergebnisse im Detail können Sie hier nachlesen.