Dressur

Neumünster: Weltcup-Premiere mit neuem Personal Best für Katharina Haas und ihr „Happy Horse“ Let It Be

Ein Artikel von Redaktion | 19.02.2024 - 11:07
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Katharina Haas und Let It Be NRW überzeugten im Weltcup von Neumünster durch ihre fein gerittene Runde.
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Die Holstenhalle in Neumünster war am Sonntag Gastgeber der 9. von insgesamt 11 Etappen des Dressurweltcups. 17 Paare bewarben sich im Qualifikations-Grand-Prix am Samstag um einen Startplatz in der Kür, darunter auch Katharina Haas, die zum ersten Mal in ihrer Karriere einen Weltcup der Westeuropa-Liga in Angriff nahm. Unter dem Sattel hatte sie bei dieser Gelegenheit ihre bewährte Westfälin Let It Be, mit der sie als Teil des österreichischen B-Kaders gelistet ist.

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Eines von vielen Highlights: Lettis bombensichere Serienwechsel © www.sportfotos-lafrentz.de

Im Grand Prix war noch nicht alles eitle Wonne bei den beiden, als besonders teuer erwiesen sich eine doch recht verhaltene erste Piaffe und ein später Fehler in den Einerwechseln, nachdem die Stute die ersten neun vollkommen sicher und souverän gesprungen war. Großes Lob gab es dann aber von Dressurrichter und FN-Ausbildungsbotschafter Christoph Hess, der die pferdegerechte Vorstellung bei der Besprechung des Rittes begeistert hervorhob: „So sehen Happy Horses aus, die so gearbeitet werden. Total zufrieden, sie hat wirklich einen tollen Job gemacht, (das Pferd) lief wie ein Uhrwerk.“

Die fünf Richter:innen am Viereckrand bedachten die Vorstellung mit 65,935 % - damit reihte sich das rot-weiß-rote Duo auf Rang 14 ein.

In der Kür ging das Paar dann auf Ganze. Gleich nach dem Gruß ging’s los in eine doppelte Pirouette nach links, gefolgt von diesmal fehlerlosen Einerwechseln und einer Doppelpirouette nach rechts. Zweierwechseln auf gebogener Linie schloss sich eine Zick-Zack-Traversale an, auf die eine Diagonale mit erst Zweier- und dann Einerwechseln folgte. Dann Starker Galopp über die Diagonale, Außengalopp an der kurzen Seite und eine Piaffe, die direkt in einem ausdrucksvollen, schreitenden Starken Schritt (Noten bis 8,5) mündete. Was für ein Lektionenfeuerwerk! Haas hielt ihre Stute den gesamten Ritt über in einem schönen Rahmen mit langem Hals und feiner Anlehnung, manchmal hätte der Stute etwas mehr Impulsion gut getan, um in den Übergängen und den versammelten Lektionen noch geschlossener bleiben zu können. Doch auch so wurde es für das Paar eine neue persönliche Bestwertung: 73,93 % und Rang 13. Das Publikum schätzte den Ritt übrigens noch ein gutes Stück höher ein. 75,457 % lautete das Ergebnis der Zuschauerwertung.

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Sieger in Neumünster: Emmelie Scholtens (NED) und Indian Rock
© FEI/www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

81,565 % kassierte das Siegerpaar, die Niederländerin Emmelie Scholtens und Indian Rock. Die beiden hatten bereits im Grand Prix die Nase vorn gehabt und verwiesen den Schweden Patrik Kittel und Forever Young HRH knapp auf Platz zwei mit 81,145 %. Dritter wurde Matthias Rath (GER) auf Destacado (80,425 %).

Ihre Kür zum bekannten Formel Eins-Soundtrack von Brian Tyler hat Scholtens gewählt, weil Indian Rock sie an “ein Rennauto” erinnert. “Manchmal ist man wirklich in der Musik und manchmal nicht. Aber heute hat es perfekt gepasst. Es war eine tolle Atmosphäre, Indian Rock hat einen super Job gemacht. Gestern war es schon gut, aber heute hat es sich für mich noch besser angefühlt. Ich habe beim Reiten Gänsehaut bekommen und das ist ein tolles Gefühl.” Scholtens und den imposanten KWPN-Hengst verbindet eine lange Partnerschaft: sie reitet ihn seitdem er drei Jahre alt ist, hatte schon den Vater Apache unter dem Sattel, der ihr einst den Weg in den großen Dressursport ebnete. “Er gibt dir alles, aber man muss die richtige Balance finden. Zu Hause ist es immer perfekt, aber auf Turnieren ist es schwieriger, dieses Gleichgewicht zu finden. Ich glaube, ich muss einfach mehr Turniere reiten,” lachte die 39-Jährige, die nach ihrem Sieg in der Holstenhalle das Weltcup-Finale ins Auge fasst.
 
Ganz sicher mit dabei sein wird Patrik Kittel, der die Weltcupwertung aktuell mit 72 Zählern anführt. Für das Finale hat der Schwede die Qual der Wahl bei der Entscheidung, welcher Vierbeiner in nach Saudi Arabien begleiten soll. Kittel hat gleich drei Pferde qualifiziert.

Als aktuell 8. der Wertung mit 41 Punkten auf dem Konto hat auch Diana Porsche gute Chancen auf eine Teilnahme. Doch die Salzburgerin will sich nicht auf ihr Glück verlassen. Sie wird bei der letzten Etappe in 's-Hertogenbosch (NED) Anfang März noch einmal versuchen, ihr Punktekonto aufzubessern und so das Ticket für Riad zu fixieren.

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