Dressur

Grand Prix auf Trense: Wie viele nutzen die Wahlfreiheit?

Ein Artikel von Pamela Sladky | 31.03.2026 - 15:25
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Im Juli 2025 wurde in Gerasdorf bei Wien der erste Trensen-Grand-Prix Österreichs veranstaltet - allerdings nur als Sonderprüfung. Auf nationaler Ebene bleibt die Kandare auf Grand-Prix-Niveau nach wie vor obligatorisch. © Alice Benes Fotografie

Beim FEI Sports Forum, das dieser Tage in Lausanne (SUI) stattfindet, wurde eine erste Zwischenbilanz zum Pilotprojekt „Trense auf Grand-Prix-Niveau“ gezogen. Für die FEI ist es vor allem ein Testlauf: Wie wirkt sich die Wahlfreiheit auf das Wohlbefinden der Tiere aus? Ergeben sich dadurch Probleme beim Richten? Und: Bringt sie die Dressur auf internationaler Ebene weiter?

Um diese Fragen beantworten zu können, muss das Angebot, das seit 1. Jänner 2026 besteht, zunächst einmal genutzt werden. Die vorgestellten Zahlen zeigen: Es wird genutzt – wenn auch zögerlich.

Im Zeitraum vom 1. Jänner bis 1. März 2026 wurden 207 Grand-Prix-Tests auf 3*-Niveau geritten. Knapp ein Zehntel davon – exakt 20 – auf Trense. Das entspricht 9,66 %.

Noch zurückhaltender waren die Trensen-Teilnahmen in den 115 abgehaltenen Grands Prix Spécial und den 66 Küren. Auf diese beiden Bewerbe entfielen 6 (5,21 %) beziehungsweise 3 (4,54 %) Trensen-Starts. Kein Ansturm, aber ein Anfang.


Keine Vor- oder Nachteile bei der Bewertung

FEI-Dressurchef Ronan Murphy betonte in Lausanne: „Es ist natürlich noch zu früh, um ein endgültiges Fazit zu ziehen.“ Eine Sorge vieler Expert:innen scheinen die ersten Zahlen jedoch nicht zu bestätigen: Alle bisherigen Beobachtungen zeigen, dass das Reiten auf Trense bei der Bewertung durch die Richter:innen keinen Vorteil verschafft.

Nun geht die Datensammlung weiter. Je nachdem, welche Erkenntnisse gewonnen werden, könnte die Wahlfreiheit künftig auch auf 4*- oder 5*-Niveau ausgeweitet werden. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.