Zum ersten Mal in dieser Saison trafen mit Felicita Simoncic, Peter Gmoser, Timna Valenta-Zach, Katharina Haas und Ulrike Prunthaller gleich fünf potenzielle Anwärter:innen auf einen Startplatz für die bevorstehende WM in Aachen aufeinander.
Was sich nach Grand Prix und Grand Prix Spécial in Stadl-Paura bereits festhalten lässt: Der Kampf um die WM-Tickets ist spannender denn je. Denn die Kandidat:innen liegen – zumindest gemessen an ihren Leistungen in Stadl-Paura – dicht beieinander.
Bestes rot-weiß-rotes Paar – das auch für Österreich an den Start geht – waren in beiden Prüfungen Timna Valenta-Zach und Farant. Die amtierenden Staatsmeister hatten ihre Saison zuletzt beim nationalen Turnier in St. Margarethen (K) mit starken 73,633 % eröffnet. In Stadl-Paura wurden es nach einem teuren Fehler in den Einerwechseln zunächst 68,956 % und Platz drei im Grand Prix. Im Grand Prix Spécial am Samstag gelangen die Wechsel, dafür hakte es andernorts – auf der Schlusslinie. 69,404% bedeuteten letztlich Rang zwei für das steirische Duo, das die 70-Prozent-Marke mit einem fehlerfreien Ritt problemlos übertreffen kann.
Den Staatsmeister:innen dicht auf den Fersen waren Ulrike Prunthaller und ihre Trakehner-Stute Fleur TSF. Zwei sehr harmonisch Ritte resultierten in 68,152 % im Grand Prix und 69,383 % im Spécial – jeweils Platz vier für das Duo vom Trakehner Gestüt Murtal.
Eine Reiterin, auf die Dressur-Bundestrainerin Uschi Barth große Hoffnungen setzt, ist Felicita Simoncic. Die Wienerin klettert seit ihrem Einstieg in die Allgemeine Klasse im vergangenen Oktober kontinuierlich in der Dressur-Weltrangliste nach oben und rangiert aktuell auf Platz 65. Das Fazit nach diesem Wochenende: Das Paar verfügt in allen Lektionen über WM-Niveau – lediglich in den Serienwechseln war diesmal der Wurm drin. In beiden Prüfungen führten Fehler auf den Wechsellinien zu deutlichen Punkteabzügen. 67,717 % (Platz sechs) und 68,000 % (Platz fünf) spiegeln das vorhandene Potenzial nur bedingt wider.
Ohne grobe Fehler absolvierten die Staatsmeister von 2024, Peter Gmoser und Dante’s Daiquiri, ihre Prüfungen. Sie belegten Rang acht (66,739 %) im Grand Prix und Platz sieben (67,340 %) im Spécial. Für Katharina Haas und Let It Be NRW wurden es Rang elf (66,304 %) sowie Rang neun (66,979 %).
Zwei Siege für Lisa Müller und Dantiamo
Die beiden Siegerschleifen der Vier-Sterne-Tour gingen an Lisa Müller. Die Deutsche stellte Dantiamo vor, einen vielversprechenden Sohn des Dante Weltino. Trotz einiger kostspieliger Fehler in beiden Prüfungen war das Paar mit 69,826 % beziehungsweise 70,192 % nicht zu schlagen.
Am dichtesten heran kam Diana Porsche. Mit Dahoud zeigte die unter ungarischer Flagge startende Salzburgerin zwei durchwegs gelungene Runden, die in einem zweiten Platz (69,631 %) sowie einem dritten Rang (69,404 %; punktegleich mit der zweitplatzierten Timna Valenta-Zach) resultierten.
Siegreiche Premiere für Straight Horse Ascenzione
Auch auf Drei-Sterne-Niveau wurden Grand Prix und Spécial im Rahmen des Oster-CDI ausgetragen. Hier führte kein Weg an Helen Langehanenberg vorbei. Die Deutsche präsentierte mit Straight Horse Ascenzione – einer Vollschwester zu Sezuan – ihre Burg-Pokal-Siegerin des Jahres 2021 auf internationalem Parkett. Das Debüt gelang eindrucksvoll: Auf 69,500 % im Grand Prix folgten 71,681 % im Spécial – jeweils der klare Bestscore.
Zweimal Rang zwei sowie zwei neue persönliche Bestleistungen (68,413 % und 69,511 %) gab es für die Schweizerin Tallulah Lynn Nater. Sie saß im Sattel von Flynn FRH, der unter Flore de Winne für Belgien bei den Olympischen Spielen in Paris am Start war.
Dritte im Grand Prix wurde Helen Langehanenberg, diesmal mit Zoom (67,457 %). Im Spécial kletterte hingegen Lisa Müller aufs Podest: Mit Gut Wettlkam’s Raffinesse erreichte sie 69,213 %.
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.