Dressur

Bettina Kendlbacher und Don Alfredo: Auf Platz 4 im Weltcup nach Basel-Erfolg

Ein Artikel von Pamela Sladky | 12.01.2026 - 14:47
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© Alice Benes Fotografie

Eine neue persönliche Bestwertung und erstmals über 70 % im Grand Prix, knapp 75 % und Platz 6 in der Kür – Bettina Kendlbacher kann nach ihrem Ausflug zum CHI in Basel mehr als zufrieden Bilanz ziehen. Und doch: Gerade in der Kür wäre noch einiges mehr möglich gewesen.

„Leider war Don Alfredo in der Kür dann doch ein bisschen aufgeregt“, bedauert Bettina Kendlbacher. Während sich der Destano-Sohn aus österreichischer Zucht am Freitag im Grand Prix noch völlig cool präsentierte, kam in der Kür stellenweise etwas Spannung auf. Das kostete Punkte im versammelten Schritt, in den Einerwechseln und in der Rechtspirouette, die der Fuchs mit einem Hüpferchen einleitete. Bitter, weil teuer, denn sowohl der Schritt als auch Pirouetten zählen doppelt.

Obwohl die Prüfung nicht fehlerfrei verlief, überwog der positive Eindruck, den das Paar hinterließ – und zwar deutlich. Denn die übrigen Passagen gelangen nicht nur mit viel Qualität, sondern auch großer Harmonie. Kaum ein Pferd wird in einem so vorbildlichen Rahmen präsentiert wie Don Alfredo, der seiner Reiterin mit großer Motivation und viel Eifer dankt. Zu den Highlights zählten die schwungvollen Trabtraversalen mit weitem Kreuzen, die natürlich federnde und taktmäßige Passage sowie der starke Trab, der seinen Namen auch wirklich verdient.

„Ich bin wirklich glücklich, dass es für uns in Basel so gut geklappt hat“, sagt die Steirerin, die derzeit mit 40 Punkten auf dem hervorragenden 4. Platz im Weltcup-Ranking der Osteuropa-Liga (WEL) liegt. „Eigentlich stand der Weltcup überhaupt nicht in meinen Überlegungen. Das große Saisonziel ist natürlich die WM in Aachen. Aber bei so einem Zwischenstand kommt man dann schon ein bisschen ins Grübeln.“

Mit noch vier ausständigen Etappen (Amsterdam, Neumünster, Göteborg und 's-Hertogenbosch) und einem dicht gedrängten Feld kann sich in der Qualifikation noch einiges tun. Neun Paare (max. drei pro Nation) der WEL plus die Titelverteidigerin Charlotte Fry sind im Finale startberechtigt. Und das findet in diesem Jahr in Texas (USA) statt – auch nicht gerade ums Eck.

„Das ist alles viel Aufwand, Don Alfredo ist noch nie geflogen und eigentlich wollte ich eine neue Kür ausarbeiten“, seufzt die 37-Jährige. „Aber natürlich hat man das jetzt so ein bisschen im Hinterkopf.“ Ob sie Mitte Februar bei den VR Classics in Neumünster noch einmal mit ihrem „Fredi“ auf Weltcuppunktejagd gehen will, lässt Kendlbacher deshalb offen.

Wie auch immer es weitergeht: In Basel haben das sympathische Duo gezeigt, dass man in dieser Saison auf jeden Fall mit ihm rechnen darf.