Geschafft: Felicita Simoncic und Four Legends haben ihr erstes 70-Prozent-Ergebnis in einem Grand Prix in der Tasche! © Helene Iljazovic - Pictures by Helene
Dazu zählen insbesondere die aktuell Erstplatzierten der U25-Weltrangliste, Felicita Simoncic und Four Legends. Die beiden waren in den vergangenen Wochen und Monaten fleißig unterwegs, sammelten viele gute Ergebnisse und Platzierungen. Nur das von der alten Verbandsführung geforderte WM-Qualifikationskriterium – mindestens 70 Prozent in zwei frei wählbaren Grands Prix ab CDI3*-Niveau – wollte sich partout nicht einstellen. Vielfach erwiesen sich die Wechseltouren als Stolperstein, so auch zuletzt in Mannheim, wo das Paar tolle Runden zeigte, aber leider auch teure Fehler kassierte.
Spontan entschied sich die 21-Jährige deshalb zu einem Start in St. Margarethen – im Nachhinein betrachtet eine goldrichtige Entscheidung. Denn im Grand Prix auf dem Reiterhof Stückler ging dem Paar endlich alles auf: 70,391 % bedeuteten den Sieg und den ersehnten Sprung über die 70-Prozent-Hürde. Nach der Verkündung des Ergebnisses weinte Felicita Simoncic im Sattel ihres Hengstes Tränen der Erleichterung – so groß war der Druck für die junge Wienerin gewesen.
Im Grand Prix Spécial schlug wieder der Wechselteufel zu, dennoch wurden es 70,468 % für Simoncic und Four Legends. Diese Wertung reichte allerdings nur für den zweiten Platz, denn Peter Gmoser und Dante’s Daiquiri kamen nach ihrem zweiten Platz im Grand Prix (69,522 %) mit dreieinhalb Zehnteln mehr aus dem Viereck und sicherten sich mit 70,808 % den Sieg.
Peter Gmoser und Dante's Daiquiri holten den Sieg im Grand Prix Spécial. © Helene Iljazovic - Pictures by Helene
Der dritte Platz ging in beiden Prüfungen an Katharina Haas mit ihrer Langzeit-Sportpartnerin Let It Be NRW. Im Grand Prix fehlte den beiden kaum mehr als ein halbes Prozent auf die 70-Prozent-Hürde (69,370 %), im Spécial wurden es 68,894 %.
Ein Turnier zum Abhaken war St. Margarethen für Bettina Kendlbacher und Don Alfredo. Bei ihrem ersten Start seit dem Weltcupfinale in Texas musste sich das Duo nach Fehlern mit 65,326 % und 68,617 % deutlich unter seinem Wert geschlagen geben.
Schumach und Dedale de Hus kommen auf Touren
In der Kür-Tour waren mit Christian Schumach und Katharina Haas ebenfalls zwei WM-Anwärter:innen am Start. Besonders gut lief es hier für Olympiareiter Schumach. Im Sattel von Dedale de Hus, den er vor wenigen Monaten von seiner Langzeit-Schülerin Franziska Fries übernommen hat, gelangen dem Kärntner bislang seine besten Prüfungen mit dem 14-jährigen Oldenburger von Don Juan de Hus.
Auch diesem Paar fehlte nur ein Hauch auf die 70er-Marke: 69,435 % gab es von den Richter:innen im Grand Prix – bislang die klar stärkste Leistung ihrer noch kurzen gemeinsamen Karriere. In der Kür wurden es dann 74,040 % und ein weiterer Sieg. Die Tendenz geht eindeutig in die richtige Richtung.
Finden immer besser zusammen: Christian Schumach und Dedale de Hus © Helene Iljazovic - Pictures by Helene
Mit Spannung wurde das internationale Debüt von Katharina Haas und ihrem neuen Grand-Prix-Pferd Davidoff RSM erwartet. Die beiden hatten bei der Nachsichtung auf dem Gutenhof vor genau einer Woche mit einem 70-Prozent-Ritt überzeugt – auch wenn es nach einem Verreiten und zwei Prozent Abzug letztlich 68,467 % geworden waren.
An diese Leistung konnte das Paar im Dressurviereck auf dem Stücklerhof nicht anschließen. Dazu passierten einfach zu viele teure Fehler. 63,522 % lautete das Ergebnis, das in dieser Prüfung Rang zwei bedeutete. In der Kür lief es deutlich besser, dort gab es 70,045 % und erneut den zweiten Platz hinter Schumach.
Nachwuchs auf Kurs
Das internationale Dressurturnier auf der Anlage der Familie Stückler wurde auch vom österreichischen Nachwuchs zahlreich genutzt – mit guten Erfolgen. Zwei Siege in der U25-Tour feierte Valentina Friedl auf Korefan mit Wertungen knapp unter 69 %.
Bestes Paar in der U25-Tour: Valentina Friedl und Korefan © Helene Iljazovic - Pictures by Helene
Eine neue persönliche Bestleistung erzielte Children-Reiterin Katharina Victoria Krumböck mit Farahnaz in der U14-Mannschaftsprüfung. Starke 76,375 % waren an dieser Stelle gut für Rang zwei. Gut präsentierten sich außerdem Frida Graski und Saphir von der Aue sowie Emma Hödl mit Falco. Beide durften sich über Wertungen von 74+ % freuen.
In den Pony-Bewerben setzten sich Emma Smidek mit Glückskind WE und Luisa Grundmann mit Milky Way PP hervorragend in Szene. Beide Paare blieben an diesem Wochenende deutlich über der 70-Prozent-Marke – ein kräftiges Lebenszeichen der heimischen Pony-Szene.
Bei den Junioren lieferten sich Sophia Riedl mit Forever Frieda, Sabrina Brötzner mit Bernini VMT und Hannah-Katharina Dearing-Schumach mit Auheim’s Roi de Coeur OLD ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vormachtstellung. Insgesamt zeigte sich die Leistungsdichte in dieser Altersklasse mit vier Paaren im 69-Prozent-Bereich als erfreulich hoch.
Zwei italienische Siege gab es bei den Jungen Reitern. Die besten Ritte aus österreichischer Sicht lieferten abwechselnd Katja Lembacher mit Horizont (67,353 %) und Sarah Simona Zechmeister mit Auheim’s Feliciano (68,039 %).
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.