Stefan Lehfellner und Birkhof's Topas FBW bei ihrem Turnierdebüt. © Helene Iljazovic - Pictures by Helene
Seit 2022 vertritt Lehfellner Österreich regelmäßig auf Championaten. Zwei Europameisterschaften sowie je ein Auftritt bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften stehen in seiner Bilanz. Bestritten hat er all diese Auftritte zusammen mit Roberto Carlos MT, einem Oldenburger Rosandro-Sohn aus dem Besitz seiner Lebensgefährtin Victoria Max-Theurer.
Für die erste Dressursichtung des Jahres in Ebreichsdorf (13.–15. März) sattelte Lehfellner nun einen neuen Partner. Es ist zugleich ein alter Bekannter: Vici Max-Theurers Birkhof’s Topas FBW.
Topas startete seine Grand-Prix-Karriere unter Nicola Haug, bevor Birkhof-Chefin Nicole Casper 2016 selbst die Zügel des Braunen übernahm. Sechs- und siebenjährig gewann er das Schwarz-Goldene Band beim Landeschampionat, 2017 erreichte der Hengst unter Casper das Finale beim Bundeschampionat. 2018 folgten serienweise Siege in S-Dressuren, ein Jahr später gab es bereits Erfolge in S3*-Prüfungen. Damit war Topas der erste in Deutschland registrierte Totilas-Sohn mit Siegen auf diesem Niveau.
2021 folgte schließlich das Debüt auf internationalem Parkett: Beim CDI4* in Achleiten belegten Nicole Casper und Topas mit knapp 74 % im Grand Prix Spécial Platz zwei hinter Isabell Werth auf Emilio. Es war der letzte gemeinsame Auftritt des Paares, denn wenig später wechselte der Hengst in den Stall von Victoria Max-Theurer.
14 Siege feierte das Paar in Folge, bis auf einen Einsatz bei der EM 2022 in Herning spielte der Braune im Max-Theurer’schen Stall aber immer nur die zweite Geige hinter Top-Pferd Abegglen FH NRW.
Neues Kapitel für Lehfellner und Topas
Ob für Topas 2026 wieder ein Championatseinsatz ansteht, ist ungewiss. Der erste Turnierauftritt mit Stefan Lehfellner im Sattel lässt diese Option jedoch zumindest in den Bereich des Möglichen rücken. Mit 70,520 % lieferte das neu formierte Duo bei der Sichtung klar das beste Ergebnis im Grand Prix.
Lehfellner und Topas © Helene Iljazovic - Pictures by Helene
Den Ritt selbst könnte man in die Kategorie „vorsichtiges Herantasten“ einordnen: Lehfellner reizte das Potenzial des Hengstes bei weitem nicht aus, setzte auf gefühlvolle Zurückhaltung. Das war die richtige Strategie, denn an manchen Stellen zeigten sich noch kleine Abstimmungsschwierigkeiten, etwa nach dem versammelten Schritt, als Topas nicht anpassagierte, sondern in den Galopp sprang. Insgesamt lieferte das Paar jedoch eine gute Runde, in der schon vieles auf einem schönen Niveau gelang.
Der gemeinsame Auftritt soll deshalb auch keine Eintagsfliege bleiben. „Vici war so nett und hat mir angeboten, Topas bis auf Weiteres zu reiten“, erklärte Lehfellner auf Nachfrage der Pferderevue. Ganz neu ist die Zusammenarbeit ohnehin nicht: „Ich bin ihn daheim immer wieder einmal geritten, also wir kennen uns schon und es hat eigentlich immer ganz gut gepasst.“
Und wie sieht der weitere Plan aus? Lehfellner bleibt entspannt: „Es macht mir sehr viel Spaß und war eine gute Geschichte für das erste Mal. Schauen wir mal, was noch kommt.“ Von Aachen will der Oberösterreicher nicht sprechen – noch nicht. „Wir haben gesagt, wir probieren es einmal und schauen, wie sich das mit uns entwickelt. In den nächsten Wochen werden wir an den Feinheiten arbeiten und dann auch mal ein internationales Turnier anpeilen.“
Das Sichtungskriterium haben Lehfellner und Topas mit ihren 70,5 % jedenfalls locker erfüllt. Für Starts im Ausland sind 67 % im Grand Prix oder Grand Prix Spécial erforderlich.
Keine WM für Roberto
Definitiv kein Thema ist Aachen für den 17-jährigen Roberto Carlos. Lehfellner bleibt seinem Herzenspferd weiterhin verbunden – allerdings ohne großen sportlichen Druck. „Er ist topfit und ich reite ihn zu Hause“, sagt der 42-Jährige. „Ob wir noch das eine oder andere internationale Turnier gehen, lasse ich ganz locker auf uns zukommen. Das mache ich auch davon abhängig, ob ich ihm Training das Gefühl habe, ich kann ihn wieder auf dem Niveau von 2023 reiten.“
Nach dem Up and Down im vergangenen Jahr liegt der Fokus heuer auf anderen Dingen. „Ich mache mir mit Roberto keinen Stress. Wir genießen einfach die Zeit miteinander, spaßeln ein bisschen herum. Das ist mir sehr wichtig mit ihm, er ist einfach ein ganz spezielles Pferd für mich. Er muss nichts mehr beweisen.“
Grünes Licht für Prunthaller und Pointinger
Erfolgreich verlief die Sichtung auch für Ulrike Prunthaller. Die Steirerin ritt die 14-jährige Trakehner Stute Topmodel vom Gestüt Murtal zu 67,8 % und sicherte sich Rang zwei.
Für internationale Turniere im Ausland – hier liegt das erforderliche Kriterium bei 66 % – erhielten außerdem Lea-Elisabeth Pointinger (NÖ) auf Francesca de Medici (66,560 %) und Ulrike Prunthaller auf Double Hit (66,160 %) die Startfreigabe.
Alle Ergebnisse der Sichtung im Detail gibt es hier.