Springen

Gorla Minore: Gute Einzelleistungen österreichischer Talente bei Nachwuchs-CSIO

Ein Artikel von Redaktion | 11.04.2023 - 15:32
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David Moser (S) und Chicca Blue (Archivbild) © www.sportfotos-lafrentz.de

Umso höher sind die guten Einzelleistungen einiger österreichischer Paare einzuschätzen. So klassierte sich der Salzburger David Moser mit seiner Stute Chicca Blue im Young Riders Grand Prix über 1,45 m nach zwei starken Nullrunden unter 62 Teilnehmer:innen auf dem hervorragenden fünften Platz. „Angesichts der starken Konkurrenz und des wirklich schwierigen Kurses fühlt sich dieser fünfte Platz für uns wie ein kleiner Sieg an“, freut sich Springreferentin Sabine Seeburger-Schranz im Pferderevue-Gespräch über das Ergebnis.

Im YR-Springen am Samstag über 1,45 m ritt Moser seine Stute Chocolat Blanc außerdem zu Platz drei. Auch die holsteinisch gebrannte Cartani-Tochter leistete sich keinen Fehler.

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Die österreichische Equipe beim CSIO in Gorla Minore   © privat

Im Zeitspringen am Donnerstag zeigte wiederum Sally Carina Zwiener (OÖ) mit einer schnellen und blitzsauberen Runde auf ihrem Giacomo Agostini FR auf.  Als Lohn gab’s Platz sechs in dieser Prüfung über 1,40 m, die 105 Paare in Angriff genommen hatten. Auch David Moser (19) mit Chicca Blue und die Wienerin Marie Sebesta (20) auf ihrem neuen vierbeinigen Partner Caipidor waren in diesem Bewerb mit weißer Weste ins Ziel gekommen.

Im Großen Preis der Children mit Hindernissen bis 1,30 m konnte sich die Steirerin Jana Wurm auf ihrem elfjährigen Belgier Forrest Gump AMB hervorragend in Szene setzen. Das Paar kam zweimal fehlerfrei ins Ziel und klassierte sich auf Platz elf unter 73 Paaren. Schon am Freitag war den beiden eine Doppelnull in der Zwei-Phasen-Springprüfung geglückt. Die Zeitspringprüfung am Samstag beendete Jana Wurm zudem auf Rang fünf, diesmal mit dem neunjährigen Holsteiner Cobello unter dem Sattel. Der Wallach hatte schon die Einlaufprüfung am Donnerstag ohne Springfehler beendet – ebenso sein Stallkollege Forrest Gump. Auch die Kärntnerin Anna Plautz lieferte in Gorla Minore ansprechende Ergebnisse, „leider war sie das gesamte Turnier über ein bisschen von Ein-Fehler-Ritten verfolgt“, so Sabine Seeburger-Schranz.

Gleich mit sechs fehlerfreien Runden waren die österreichischen Juniorinnen ins Turnier gestartet, jeweils zwei davon gingen auf das Konto der Wienerin Lena Binder (Viano Z/Platz 23, Celina/Platz 24) und der Oberösterreicherin Maxima Schweiger (Charlie Chaplin/Platz 49, Coupe d’Or/Platz 69). Aber auch bei den beiden Salzburgerinnen Lisa-Marie Arvai (Dolittle Volante/Platz 39) und Antonia Weixelbraun (Chaloubet/Platz 64) blieben im Eröffnungsspringen mit 189 Starterpaaren alle Stangen liegen.


Echter EM-Test

Im weiteren Verlauf des Turniers lieferten die heimischen Juniorinnen immer wieder gute Leistungen, oft fehlte jedoch das nötige Quäntchen Glück für eine Platzierung in den vordersten Reihen, sodass die Ergebnisse nicht unbedingt das Potenzial widerspiegeln. So hatten Lena Binder und die zwölfjährigen Holsteiner Stute Celine lediglich einen Abwurf. Aufgrund der knapp bemessen Zeit kamen allerdings noch einige Zeitfehlerpunkte hinzu, sodass das Paar letztlich trotz des gelungenen Rittes nur auf Rang 54 landete. „Aber die beiden haben hier erst ihr drittes gemeinsames Turnier bestritten. Von dieser Kombination dürfen wir in Zukunft sicherlich noch einiges erwarten, denn der Schwierigkeitsgrad im Junioren-Grand-Prix war wirklich enorm. Das ging absolut in Richtung Europameisterschaft, was da gestanden ist“, gibt sich die Bundesreferentin zuversichtlich und ergänzt: „Auch Antonia Weixelbraun hat mit ihrer Nullrunde im Nationenpreis einmal mehr bewiesen, dass sie sowohl starke Nerven als auch großes reiterliches Können hat.“

Der Nationenpreis-Nuller der Salzburgerin war aus österreichischer Sicht leider eine Ausnahmeerscheinung. In den Team-Wertungen taten sich die heimischen U18- und U21-Equipen insgesamt schwer, was die Klassierungen deutlich zum Ausdruck bringen: Platz neun bei den Jungen Reitern, die allerdings nur als Dreierteam an den Start gegangen waren, und Rang zwölf bei den Junioren. Bei den Children standen gar nicht erst ausreichend Paare für ein Team zur Verfügung, nachdem die Kärntnerin Julia Hantke aktuell an einem gebrochenen Bein laboriert.


Schwierige Ausgangslage

Bis zur EM hofft Bundesreferentin Sabine Seeburger-Schranz zumindest bei den Junioren eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen zu können. Schwieriger wird es in der Altersklasse U14. Hier stehen derzeit lediglich drei gute Paare zur Verfügung. „Mit drei Paaren kann man zwar als Mannschaft antreten, hat aber eigentlich kaum eine Chance. Die Top-Nationen gehen alle mit fünf Paaren an den Start, nur die besten drei Kombinationen zählen dann. Das sind natürlich ganz andere Voraussetzungen.“

Ähnlich sieht die Situation bei den Jungen Reitern aus.

Die Ergebnisse in Gorla Minore wertet die Bundesreferentin als wichtige Standortbestimmung. „Wir wissen jetzt, wo wir stehen und woran wir arbeiten müssen. Die Paare, die noch wenig Erfahrung haben, brauchen einfach noch mehr Praxis – und sonst hoffen wir, dass alle zwei- und vierbeinigen Athleten wieder rechtzeitig fit werden, damit wir in voller Stärke zur EM fahren können“, so Seeburger-Schranz.

Die nächste Möglichkeit, sich gegen internationale Konkurrenz zu beweisen, bietet bereits das Heim-CSIO in Lamprechtshausen (S) von 3. bis 7. Mai.

Alle Ergebnisse aus Gorla Minore gibt's hier zum Nachlesen.