In Rekordzeit zum Sieg beim 141. Österreichischen Traber-Derby in der Krieau: Secret Venus und Christoph Schwarz © Foto Risavy
Dabei galt sein Partner Secret Venus im Vorfeld keineswegs als klarer Favorit. Der Hengst war nach einigen wenig aufschlussreichen Auftritten in Österreich erst vor wenigen Wochen in das bayerische Trainingsquartier von Robert Gramüller übersiedelt. Dort präsentierte er sich mit zwei souveränen Siegen in ausgezeichneter Verfassung. Ob diese Leistungen allerdings ausreichen würden, um die als Derbyfavoritin gehandelte Ivana Venus zu bezwingen, blieb offen. Die Stute hatte das Derby-Versuchsrennen in beeindruckender Manier gewonnen, und selbst Trainer Robert Gramüller äußerte sich vor dem Rennen nur vorsichtig optimistisch.
Auf der Bahn ließ Secret Venus schließlich keine Fragen offen. Christoph Schwarz ließ sich auch vom Handicap der zweiten Startreihe nicht beeindrucken, fand früh eine ideale Position im Mittelfeld und übernahm rund 1.000 Meter vor dem Ziel das Kommando. Lediglich Ivana Venus mit Christoph Fischer konnte dem neuen Spitzenreiter folgen, während die übrigen elf Teilnehmer rasch den Anschluss verloren. Im Einlauf zog Secret Venus noch einmal entscheidend an und sicherte sich den Derbysieg in neuer Rennrekordzeit von 1:13,8 Minuten. Ivana Venus musste sich mit dem Ehrenplatz begnügen.
Mit Mut zum Erfolg
Für ausgelassene Stimmung im Siegerlager sorgte der Erfolg bei Besitzer Raoul Yolbulur-Nissim. Das Urgestein der Wiener Traberszene hatte bereits 1989 sein erstes Rennpferd erworben. Der kunst- und kulturbegeisterte Wiener, der ebenso häufig in Opernhäusern wie auf Rennbahnen anzutreffen ist, bewies mit der Überstellung seines Hoffnungsträgers nach Deutschland großen Mut. Diese Entscheidung wurde nun mit dem bedeutendsten Erfolg seiner langjährigen Besitzerlaufbahn belohnt.
Millionenpublikum für Krieau
Grund zur Freude hatte auch der Wiener Trabrenn-Verein. Die Kooperation mit dem französischen Wettgiganten PMU zahlte sich am Derbytag besonders aus. Nachdem die PMU-Veranstaltung in Paris-Vincennes kurzfristig auf den Vormittag vorverlegt worden war, wurden sämtliche elf Rennen aus der Krieau in das reguläre französische Wettprogramm aufgenommen und sowohl im Wettfernsehen als auch auf dem Pferdesportkanal Equidia übertragen. Damit erhielt das Österreichische Traber-Derby eine internationale Bühne und erreichte ein Millionenpublikum im wichtigsten Trabrennsportmarkt Europas.