Equine Influenza

Mehrere Fälle von Pferdegrippe in Österreich: Das sollten Pferdehalter jetzt wissen

Ein Artikel von Pamela Sladky | 02.04.2026 - 13:15
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In den vergangenen Wochen kam es zu lokalen Ausbrüchen der equinen Influenza. Bestätigt wurden Fälle im Bezirk Murau (ST), in Salzburg und westlich von Wien.

Nach Informationen der Veterinärmedizinischen Universität Wien sind die beschriebenen klinischen Symptome – insbesondere hohes Fieber, Husten und Nasenausfluss – typisch für die equine Influenza. „Unabhängig von der aktuellen Situation empfehlen wir, den Impfstatus zu überprüfen, erkrankte Tiere konsequent zu isolieren und Hygienemaßnahmen strikt einzuhalten. Bei Verdachtsfällen sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen“, heißt es auf Nachfrage der Pferderevue.

Aus der Pferdeklinik Tillysburg hört man, viele Tiere seien nicht geimpft. Sie seien in den aktuellen Ausbrüchen auch jene, die besonders mit schweren Symptomen zu kämpfen hätten, ließ das Klinikteam auf seinem Facebook-Kanal wissen.

Hoch ansteckend

Die Influenza ist beim Pferd wie auch bei anderen Lebewesen ein permanentes Problem. Influenzaviren verändern ihre genetische und antigenetische Zusammensetzung, passen sich so dem Wirt besser an und entziehen sich damit der Kontrolle durch das Immunsystem. Eine jährliche Anpassung der Impfstoffe an aktuelle Influenzastämme soll den ständigen Veränderungen der zirkulierenden Influenzaviren entgegenwirken.

Das Influenzavirus ist sehr ansteckend: Infizierte Pferde scheiden die Erreger massenhaft mit Nasensekret und Speichel aus. Die Viren können in kleinen Tröpfchen mit der Atemluft etwa 40 Meter weit getragen werden, was erklärt, warum sich die Krankheit so schnell in einem Bestand ausbreiten kann.

Die Infektion selbst beschränkt sich im Großen und Ganzen auf die oberen Atemwege und zeigt einen selbstlimitierenden Verlauf, wird jedoch häufig durch bakterielle Sekundärinfektionen verkompliziert.

Typische Symptome sind

  • starker, trockener Husten,
  • hohes Fieber,
  • Nasenausfluss
  • und geschwollene Lymphknoten.

Im Extremfall führt die Influenza zu chronischem Husten und bleibenden Schäden an den Atemwegen. 

Die Therapie erfolgt symptomatisch, die Bekämpfung der Pferdegrippe hauptsächlich durch den Einsatz von Impfstoffen.

Eine Grundimmunisierung wird durch zwei Impfungen im Abstand von sechs Wochen erreicht, danach erfolgt alle sechs Monate eine Wiederholungsimpfung. Bei Turnierpferden dürfen die Impfintervalle nicht mehr als sechs Monate betragen.

Die Impfung gegen Pferdegrippe gehört zu den obligatorischen Impfungen, die kein Pferdebesitzer auslassen sollte. Für Turnierpferde ist sie unverzichtbar.