Studie

Motivierte Pferde: Der Schlaf macht's aus

Ein Artikel von Lisa Wallner | 25.02.2026 - 10:15
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Wer gut schläft, lernt auch besser! © Nadine Haase | stock.adobe.com

Pferde, die zu wenig schlafen sind nicht nur oftmals wesentlich gestresster als ihre ausgeruhten Artgenossen, auch ihre Motivation und der Lernfortschritt werden durch zu wenig Schlaf negativ beeinflusst, wie eine in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlichte Studie eines Forschungsteams der Universität Helsinki eindrücklich zeigt. 

Neues Testverfahren

Um die Lernfähigkeit und die Motivation von Pferden unter Feldbedingungen zu testen, wurde von den Forscher:innen ein eigenes Verfahren entwickelt. Ziel war es, die Überprüfung mit wenigen Ressourcen und Helfer:innen in einer den Pferden vertrauten Umgebung, wie etwa dem eigenen Paddock, durchzuführen. Die meisten Pferde, die an der Studie teilnahmen, verstanden schnell, worum es in der Aufgabe ging: Für die Berührung eines bestimmten Objekts gab es eine Belohnung. Hatte der Proband die Aufgabenstellung verstanden, wurde das Objekt verändert und das Pferd muss sein Verhalten entsprechend anpassen. Gemessen wurde, wie oft die Pferde die korrekte Reaktion pro Minute zeigten. 

REM-Schlaf für besseres Lernen

Die Forscher:innen beobachteten 16 Schulpferde über einen Zeitraum von sechs Wochen. In dieser Zeit führte das Team fünf Verhaltensmessungen durch, die jeweils 48 Stunden dauerten. Dabei zeigte sich: Pferde, die mehr als 30 Minuten REM-Schlaf (Rapid Eye Movement – eine der vier Schlafphasen, die Pferde ausschließlich im Liegen erleben) genossen hatten, schnitten beim Lern-Test deutlich besser ab, als Pferde mit weniger Traumschlaf.

"Kürzerer REM-Schlaf hat die Anzahl der Fehler nicht erhöht, sondern hatte einen besonderen Einfluss darauf, wie lange die Pferde an der Aufgabe gearbeitet haben", erklärt Hämäläinen die Ergebnisse ihrer Studie. Im Klartext bedeutet das: Ausgeschlafene Pferde geben weniger leicht auf und sind motivierter bei der Sache.

Vor allem bei komplexen Aufgaben zeigte sich dieser Unterschied sehr deutlich, denn obwohl es bei keinem der Pferde äußere Anzeichen eines Schlafmangels oder einer Schlafstörung gab, gaben bei den anspruchsvolleren Tests die "unausgeschlafenen" Pferde früher auf, als ihre Artgenossen, die verhältnismäßig lange REM-Schlafphasen hatten.

Das wiederum zeigt, wie komplex und schwierig zu managen das Thema Schlafmangel wirklich ist: Nicht immer sieht man einem Pferd an, dass es zu wenig oder schlecht schläft, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit können nichtsdestotrotz bereits in Mitleidenschaft gezogen sein.