Dressur

Gelungene Kür-Premiere für Bettina Kendlbacher beim Weltcup-Finale in Fort Worth, Becky Moody feiert größten Erfolg ihrer Karriere

Ein Artikel von Pamela Sladky | 12.04.2026 - 10:08
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Bettina Kendlbacher wurden beim Weltcupfinale in Fort Worth mit viel Applaus vom Publikum bedacht. (Archivbild) © www.sportfotos-lafrentz.de

Bei einem Interview im Jänner, als sie nach ihrem starken Auftritt in Basel plötzlich auf Rang vier des Weltcup-Rankings gelegen war, hatte Bettina Kendlbacher gemeint, eine Teilnahme am diesjährigen Weltcupfinale sei eigentlich kein Thema für sie. Viel lieber wollte sie an einer neuen Kür für sich und Don Alfredo arbeiten. Letztlich ging sich beides aus: Weltcupfinale und neue Kür.

Obwohl die Dickies Arena, die 14.000 Plätze fasst, längst nicht ausverkauft war, herrschte im Publikum Volksfeststimmung. Ganz im texanischen Stil jubelten und johlten die Fans bei besonders gelungenen Lektionen und jedem bekannten Musikstück der Choreografie. Was für eine Rahmen für eine Kür-Premiere!

Auch Bettina Kendlbacher und Don Alfredo wurden enthusiastisch gefeiert – und das völlig zurecht. Denn das sympathische Paar präsentierte eine mitreißende Kür, die hervorragend zu Don Alfredo passt. Technisch hat man den 13-jährigen Fuchswallach von Destano schon besser gesehen – auch wenn sich die beiden, wie schon im Grand Prix, erneut keinen echten Fehler leisteten. Seine Highlights hatte das Paar in den Trabtraversalen und den Einerwechseln, auch der Schritt klappte diesmal besser als noch am Donnerstag. Mit 72,010 % blieb das rot-weiß-rote Duo aber leider deutlich unter seiner beim Weltcup in Basel aufgestellten Bestmarke (74,995 %). Unterm Strich wurde es Platz 14.

Für Bettina Kendlbacher war das Weltcupfinale in Fort Worth eine Woche voller Premieren. Sie nahm zum ersten Mal an einem Turnier in den USA teil. Für Don Alfredo war es der allererste Flug seiner bisherigen Laufbahn. Und für beide war es das Debüt beim Weltcup-Finale – mit einer brandneuen Kür.

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Lassen sich feiern: Becky Moody und Jagerbomb © FEI/Shannon Brinkman

Die Kür, die Becky Moody und Jagerbomb zum Besten gaben, kennt man bereits. Davon abgesehen war Fort Worth auch für das britische Duo eine Aneinanderreihung zahlreicher „erster Male“ – die letztlich mit dem erwarteten Titelgewinn endete. Das Paar zeigte eine Traumrunde ohne Schwachpunkte, die es mit einer persönlichen Bestleistung von 88,330 Prozent abschloss. Ein Richter vergab sogar mehr als 90 Prozent.

„Er war von Beginn an voll bei mir“, sagte Moody über ihren Wallach. Die Möglichkeit, in der Kür gezielt die Stärken des Pferdes zu zeigen, habe ihr zusätzlich in die Karten gespielt. Für Moody, die sowohl bei den Olympischen Spielen in Paris (FRA) 2024 als auch bei der EM 2025 in Crozet (FRA) mit Teammedaillen dekoriert wurde, ist es der erste Einzeltitel ihrer Karriere und ihr bislang größter Erfolg.

Den zweiten Platz sicherte sich der US-Amerikaner Christian Simonson auf Indian Rock mit 83,810 Prozent. Der 22-Jährige überzeugte mit einer kraftvollen Vorstellung zu einer Musikmischung aus US-Klassikern und lag lange in Führung. Rang drei ging an die Polin Sandra Sysojeva mit Maxima Bella (80,770), die mit einer leicht adaptierten Kür aus der Vorsaison punktete.

Spannung war bis zum Schluss garantiert: Der Deutsche Raphael Netz hatte über weite Strecken des Bewerbs geführt, wurde jedoch in der Schlussphase von mehreren Startern noch übertroffen. Auch Titelverteidiger Patrik Kittel verpasste mit Rang vier knapp das Podest.

Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier