Dressur

Paul Jöbstl und Die Baroness Zweite in Fontainebleau

Ein Artikel von Pamela Sladky | 20.04.2026 - 12:01
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Paul Jöbstl und Die Baroness anlässlich des CDI4* in Achleiten © Alice Benes Fotografie

Kraftvolle Verstärkungen, ausdrucksstarke, eifrige Passagen, schöne Traversalen und insgesamt ein Pferd, das unter seinem sehr dezent einwirkenden Reiter durch viel Fleiß und Elastizität besticht: Der U25 Grand Prix von Paul Jöbstl und Die Baroness hatte viel Schönes. Leider aber auch einen kostspieligen Fehler am Ende, als die zwölfjährige Dancier-Tochter die Prüfung auf der Schlusslinie zu früh für beendet erklärte. Piaffe und Passage im Anschluss gelangen zwar, bei den Punkten machte sich der ungeplante Stopp dennoch deutlich bemerkbar – sowohl in den beiden Lektionen als auch in der doppelt zählenden Schlussnote, die die Harmonie zwischen Pferd und Reiter beurteilt.

67,008 % kamen unterm Strich zusammen, was Platz 2 hinter dem dänischen Paar Sophia Boje Obel Jørgensen mit KGS Hoergaard Tabasco bedeutete, das die Prüfung mit 68,632 % für sich entschied. Insgesamt waren im U25 Grand Prix 14 Paare am Start.

Am Sonntag stand in Fontainebleau eine Kür für die U25-Reiter:innen auf dem Programm. „Wir hatten einen wirklich guten Start, unglücklicherweise aber auch einige sehr teure Fehler im Galopp, die auf meine Kappe gehen“, zeigte sich Paul nach seinem Ritt selbstkritisch. Die Zweierwechsel auf gebogener Linie misslangen, und auch die (zweifach zählende) Linkspirouette klappte nicht wie gewohnt, sodass es statt einer Wertung deutlich über der 70-Prozent-Marke letztlich 69,333 % und Rang 5 wurden. Bestes Paar der Prüfung waren erneut die Grand-Prix-Sieger Jørgensen und Tabasco (73,517 %).

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Das deutsche Team holte den Sieg beim Nationenpreis in Fontainebleau - aber es war eine knappe Kiste! © FEI / Evan Oudin

Siege für Deutschland, Werth und Verboomen

Die 5*-Tour in Fontainebleau gab einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns im kommenden August bei den Weltmeisterschaften in Aachen erwarten wird: richtig spannender Sport.

Besonders hart umkämpft war der Sieg im Nationenpreis. Am Ende waren es lediglich 1,435 Prozentpunkte, die die siegreiche deutsche Mannschaft (Isabell Werth mit Wendy de Fontaine, Frederic Wandres mit Bluetooth OLD, Benjamin Werndl mit Quick Decision und Dr. Svenja Kämper-Mayer mit Amanyara) von den zweitplatzierten Briten trennten (Charlotte Fry mit Glamourdale, Carl Hester mit Fame, Fiona Bigwood mit Donna Bella und Lewis Carrier mit Diego V). Rund vier Prozentpunkte dahinter reihte sich die belgische Equipe auf Rang 3 ein (Justin Verboomen mit Zonik Plus, Larissa Pauluis mit Flambeau, Charlotte Defalque mit First Step Valentin und Wim Verwimp mit Jedai de Massa).

Den Grand Prix Spécial am Sonntag entschied Isabell Werth mit 79,893 % souverän für sich, vor den beiden Briten Carl Hester (77,319 %) und Fiona Bigwood (72,276 %).

Europameister Justin Verboomen wählte stattdessen die Kür als zweite Prüfung. Und wie schon im Grand Prix, den der Belgier mit 83,500 % und einer neuen persönlichen Bestmarke überlegen für sich entschieden hatte, waren Verboomen und sein Rapphengst Zonik Plus auch in der Kür das Maß der Dinge: 91,855 % bedeuteten erneut persönliche Bestleistung und den klaren Sieg vor den amtierenden Weltmeistern Charlotte Fry und Glamourdale (88,225 %) sowie Frederic Wandres mit Bluetooth OLD (81,085 %).

Alle Ergebnisse aus Fontainebleau gibt es hier