Interview

Grenzenlos im Parcours: Die Kogelnigs vereinen Österreich, Deutschland und Finnland

Ein Artikel von Redaktion | 28.09.2025 - 19:44
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Zweifacher Sieger in der U25-Tour vor Schloss Schönbrunn: Hugo Kogelnig © EQUIFO

Pferderevue: Mittendrin statt nur dabei bei der Global Champions Tour in Schönbrunn ist die Familie Kogelnig – Sohn, Vater und Stiefmama. Es ist nicht alltäglich, dass gleich drei Mitglieder einer Reiterfamilie bei einem Turnier starten. Wie fühlt man sich da als ganze Familie?

Fritz Kogelnig Jr.: Eigentlich so wie immer.

Pferderevue: Was ist euer Geheimnis?

Fritz Kogelnig Jr.: Unser Geheimnis? Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt. Wir ergänzen uns, glaube ich, gut. Und viel mehr steckt da eigentlich auch gar nicht dahinter.

Pferderevue: Viele eurer Pferde tragen das Präfix BG im Namen. Wofür stehen diese Buchstaben?

Fritz Kogelnig Jr.: Wir sind in der glücklichen Lage Brigitte Glock, die Tochter von Gaston, als unsere Sponsorin zu haben. Sie ist die ideale Besitzerin, bei ihr steht das Pferdewohl an erster Stelle. Das hilft uns immens. Uns verbindet nicht nur die Leidenschaft zu den Pferden sondern auch eine wahre Freundschaft, die sich durch die Jahre entwickelt hat.

Pferderevue: Julia, du hattest am Freitag die Ehre, als Erste der ganzen Veranstaltung aus dem Schloss hinauszureiten in diese sehr besondere Arena. Wie war das Gefühl für dich?

Julia Kogelnig: Grundsätzlich ist es schon etwas sehr Besonderes, überhaupt auf so einem Turnier reiten zu dürfen. Das ist gewiss nicht alltäglich. Aber ich glaube, wir haben uns unseren Startplatz wirklich hart erarbeitet. Dass es dann am Freitagabend für mich nicht ganz so glücklich ausging, war leider schade. Das Pferd war super, die erste Hälfte des Parcours wirklich tadellos. Aber Varus ist noch sehr unroutiniert – dann ist er weggerutscht und es kam zum Aus. Ich denke, er war etwas irritiert, es war einfach unglücklich. Aber auch wenn es nicht so gelaufen ist, wie erhofft, kann man sich im Großen und Ganzen glücklich schätzen, dass man hier reiten darf.

Pferderevue: Ich komme noch einmal zurück auf dieses Einreiten. Das hatte fast etwas Feudales, fast wie in der Kaiserzeit. Denkt man da daran, dass man die Erste ist, die hinausreitet? Oder ist man nur fokussiert auf den Parcours?

Julia Kogelnig: Als erste in einen Parcours zu starten, ist für mich nichts Neues – das war schon öfter der Fall. Das an sich ist also nichts Besonderes. Aber in dieser Kulisse natürlich absolut. Durch den Regen waren die Bedingungen mit den Scheinwerfern und den Brunnen nicht ganz so einfach für die Pferde, weil alles geglitzert hat. Aber das ist hier nun einmal so. Am Ende des Parcours hat es dann sogar aufgehört zu regnen – das war wohl einfach Pech.

Pferderevue: Du hast es schon gesagt, es ist nichts Neues für dich, mit Nummer 1 zu reiten. Auf den Starterlisten sehe ich das bei dir immer wieder. Ist das Zufall oder steckt etwas dahinter?

Julia Kogelnig: Das hat den Hintergrund, dass ich zwei Pferde habe, die am Abreiteplatz mit anderen Pferden ein bisschen ängstlich sind. Deshalb starte ich, wenn es möglich ist, gerne vorne, um das Abreiten leichter zu gestalten.

Pferderevue: Der dritte im Bunde, der Erfolgreichste an diesem Wochenende, bist du, Hugo – bis jetzt mit zwei Siegen in der U25-Tour. Du bist schon Nachwuchs-Europameisterschaften geritten und warst heuer sogar EM-Achter. Wie erlebst du dieses Turnier hier vor Schloss Schönbrunn?

Hugo Kogelnig: Es war alles super mit den Pferden. Zweimal habe ich gewonnen, im Finale hatte ich leider einen Abwurf, war als Neunter aber wieder platziert. 

Pferderevue: Wie waren die Ritte?

Hugo Kogelnig: Meine Pferde haben super mitgemacht und sind toll gesprungen.

Pferderevue: Du startest für Finnland. Lebst du auch dort?

Hugo Kogelnig: Nein, ich bin seit einem Jahr in Kärnten.

Pferderevue: Julia, du hast ebenfalls einen Mehr-Länder-Hintergrund. Du reitest auf Nationenpreis-Ebene, bist österreichische Staatsbürgerin, ursprünglich aber Deutsche …

Julia Kogelnig: Genau. Seit Oktober letzten Jahres darf ich nach langem Hin und Her endlich für Österreich reiten. Dadurch stehen mir natürlich viel mehr Möglichkeiten offen. Wir sind dieses Jahr schon zwei Nationenpreise geritten, der nächste steht in ca. vier Wochen in Vejer de la Frontera in Spanien an. Darauf freuen wir uns schon.

Pferderevue: Nochmal zu dir, Hugo. Ich habe heute im Spaß gesagt: Hugo Nationale Simon ist von Deutschland nach Österreich gewechselt, Hugo Kogelnig geht von Österreich nach Finnland. Wird das genauso erfolgreich werden?

Hugo Kogelnig: Das hoffe ich.

Pferderevue: Dann wünschen wir euch weiterhin viel Erfolg!

Das Gespräch führte Ernst Kopica.