Springen

Bordeaux: Kühner nun Zweiter im Gesamtweltcup

Ein Artikel von Pamela Sladky | 09.02.2026 - 13:45
54315490750_f12d9f10cc_6k Kopie.jpg

Der Springreit-Weltcup gastierte von 4. bis 8. Februar in Bordeaux. © FEI/Artiste-Associé Photographes

Es war ein ausgesprochen schweres Springen, das Parcoursbauer Yann Royant den 35 Teilnehmer:innen hingestellt hatte: 17 Sprünge, 13 Hindernisse, drei Kombinationen, die Steilsprünge bei satten 1,60 m und am finalen Oxer mussten Pferde und Reiter:innen sogar 1,65 m überwinden. Dazu kamen zahlreiche technische Raffinessen – fordernd, aber fair.

Der erste Umlauf präsentierte sich ganz den Anforderungen entsprechend: gnadenlos. Nur vier Paare retteten eine weiße Weste ins Ziel. Max Kühner war dicht dran. Im Sattel seiner elfjährigen Westfalen-Stute Count On Me ließ er alle Stangen liegen – nur die Zeit ging den beiden kurz vor der Ziellinie aus. Ein Strafpunkt für 14 Hundertstelsekunden über der Zeit vereitelte den Einzug ins Stechen, es wurde Platz fünf, zwölf Punkte für die Weltcupwertung gab’s obendrauf.

Kühner hält nun bei 64 Zählern, damit liegt er aktuell auf Rang zwei hinter dem letztjährigen Gesamtweltcupsieger Julien Epaillard (FRA, 69). Das Ticket für das Finale in Texas ist für Kühner natürlich längst gesichert. Bemerkenswert: Bei jedem seiner Weltcup-Starts in dieser Saison gab’s Punkte, erritten mit insgesamt vier Pferden: Elektric Blue P, Blues d’Aveline, EIC Cooley Jump the Q und Count On Me, wobei die beiden letztgenannten zweimal zum Zug kamen.

55082613322_3585cda10f_h.jpg

Mit Jessica Burke (IRL) jubelte erstmals seit 1978 eine Frau über den Sieg im Weltcupspringen von Bordeaux. © FEI/Artiste-Associé Photographes

Historischer Erfolg für Burke

Für eine Premiere sorgte die Irin Jessica Burke. Mit Good Star du Bary gelang ihr die einzige fehlerfreie Stechrunde, ihre drei männlichen Konkurrenten hatten alle einen Abwurf. Damit ist Burke die erste Frau seit 1978, die den Weltcup in Bordeaux für sich entscheiden konnte.

„Ehrlich gesagt habe ich gar nicht sofort realisiert, dass ich die erste Frau bin, die hier gewonnen hat. Es war erst mein zweiter Start hier. Vor zwei Jahren war ich schon einmal dabei und wurde als beste Reiterin insgesamt ausgezeichnet, deshalb habe ich mich sehr gefreut, dieses Jahr wiederzukommen. Mein Pferd ist erst zehn Jahre alt, hat aber schon an sechs Weltcup-Prüfungen teilgenommen: fünfmal mit nur vier Fehlerpunkten und heute fehlerfrei. Ich war sehr motiviert“, so Burke.

Auf dem Podest wurde die Irin von zwei Deutschen flankiert: Daniel Deusser und Otello de Guldenbloom lieferten mit 35,72 Sekunden die überlegene Bestzeit im Stechen, ein Abwurf am finalen Sprung bescherte ihm letztlich Rang zwei vor Tom Schewe, der Congress Blue PS mit einem Abwurf und 38 Sekunden auf der Uhr ins Ziel brachte.

54314180377_7b2b3c58f4_k.jpg

Im Vorjahr gewannen Martin Fuchs und Conner Jei das Weltcupspringen in Bordeaux, diesmal ließen sie sich als Sieger des Audi Grand Prix feiern.  © FEI/Artiste-Associé Photographes

Fuchs gewinnt Großen Preis

Der Große Preis am Sonntag ging an die Vorjahressieger des Weltcupspringens hier in Bordeaux: Martin Fuchs (SUI) und Conner Jei lieferten mit 34,23 Sekunden die schnellste fehlerfreie Stechrunde und setzten sich hauchdünn vor dem Luxemburger Victor Bettendorf (0/34,47) und Encore Toi du Linon  durch. Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung bewies erneut seine Klasse im Springparcours und ritt Fischerheros Z auf Platz drei (0/35,30).

Für Max Kühner verlief dieses Springen nicht nach Wunsch. Nach einer fehlerfreien Runde und Rang neun mit Blues d’Aveline im Hauptspringen am Freitag kassierte das Paar diesmal zwei Abwürfe und musste sich mit Platz 23 zufriedengeben.

Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier