Anna Schwarzlmüller-Kröpfel und Fürst Charmeur OLD reiten auf der Erfolgswelle (Archivfoto) © Alice Benes Fotografie
Máriakálnok im nordwestlichen Ungarn war am vergangenen Wochenende Austragungsort der ersten Weltcup-Etappe der neuen Saison. Zusätzlich zu den W-Bewerben waren eine Drei-Sterne-Tour sowie zahlreiche Jungpferde- und Nachwuchsklassen ausgeschrieben. Letztere nutzten einige österreichische Paare – mit Erfolg.
Ganz besonders gilt das für Anna Schwarzlmüller-Kröpfel. Die Oberösterreicherin reiste mit ihrem bewährten Fürst Charmeur nach Ungarn, und der zehnjährige Oldenburger von Fürstenball tat, was er in den vergangenen Wochen und Monaten bereits zur Genüge gezeigt hat: ganz Vieles richtig gut. Dazu gehörte jedenfalls die Trabtour, die sich die meiste Zeit im Bereich zwischen sieben und acht, also zwischen "ziemlich gut" und "gut" bewegte. Noch ein Stück besser gelang dem Duo der Galopp: Hier gab es mehrfach die Note acht, zu den Highlights zählten der kraftvoll bergauf gesprungene starken Galopp und die lässig und völlig selbstverständlich ausgeführten Serienwechsel.
Mit dieser Leistung waren die beiden in Máriakálnok nicht zu schlagen. 69,912 % in der Inter II und 70,282 % im Kür-Grand-Prix bedeuteten zwei Siege vor Jazmin Yom Tov, die sowohl den dreizehnjährigen Westfalen For Joy als auch den zwölfjährigen Niederländer Jack Black WW in beiden Prüfungen aufs Podest ritt.
Für Anna Schwarzlmüller-Kröpfel und Fürst Charmeur war es die Fortsetzung einer beeindruckenden Serie: In den vergangenen sechs Monaten führten sie in insgesamt neun Prüfungen achtmal die Ehrenrunde an. Da wundert es kaum, dass sie als Achte aktuell zu den besten Paaren der Altersklasse U25 weltweit zählen. Angeführt wird dieses Ranking übrigens von einem weiteren österreichischen Paar: Felicita Simoncic und Four Legends.
Siege für Anna Bruckberger und Nele Cordt
Auch bei den Jungen Reitern gab es in Máriakálnok einen österreichischen Sieg: In der U21-Einzelprüfung erzielte Anna Bruckberger im Sattel von Delisha Jigulina mit 69,294 % den Bestwert, Katharina Zajic und Fidelio reihten sich mit 67,912 % auf Rang drei ein. Im Auftaktbewerb hatte es für Zajic Platz zwei (67,500 %) und für Bruckberger Rang drei (67,147 %) gegeben.
Über zwei goldene Schleifen durfte sich Nele Cordt in den Children-Bewerben freuen. Mit Fauntleroy hatte sie in Gössendorf in der Vorwoche ihr internationales Debüt gegeben, das mit zwei zweiten Plätzen bereits sehr erfolgreich verlaufen war. Wenige Tage später hat das Paar nun schon seine ersten internationalen Siege in der Tasche: 77,947 % gab es von der Jury in der Vorbereitungsprüfung, 73,200 % im Team Test.
Maxima Bella erste Weltcupsiegerin der Saison 26/27
Erst vor drei Wochen wurde in Texas das Weltcupfinale der Dressurreiter ausgetragen – nun ist im ungarischen Dressurzentrum Máriakálnok bereits die neue Saison eingeläutet worden. Sowohl in den USA als auch in Ungarn am Start: Sandra Sysojeva und Maxima Bella. In Fort Worth noch mit Platz drei dekoriert, eröffnete das Paar den neuen Weltcup-Zyklus nun mit einem Sieg.
Für ihre Kür erhielt das Duo 82,560 % und verwies damit Jessica von Bredow-Werndl mit Times Kismet auf Rang zwei. Nach Starts bei den italienischen Turnieren in Ornago und Bedizzole feierten die Deutsche und die von Charlotte Dujardin ausgebildete Ampere-Tochter ihre Weltcup-Premiere – eine erfolgreiche: Trotz Fehlern in den Einerwechseln verpasste das Paar mit 79,270 % nur knapp die 80-Prozent-Marke.
Hinter der Französin Camille Judet Chéret mit dem niederländischen Wallach Herelja Higgins (74,320 %) belegte Diana Porsche mit ihrem neuen Spitzenpferd Imhotep Rang vier. Das nun für Ungarn antretende Paar erzielte bei seinem ersten „Heimspiel“ 74,280 %.
Über einen Sieg durfte sich Diana Porsche hingegen in der Drei-Sterne-Tour freuen: Mit Dahoud unter dem Sattel erreichte die Salzburgerin 69,348 % im Grand Prix. Damit verwies sie Julia de Ridder (GER) mit Birkhof’s Diamantinos (68,891 %) sowie den Gössendorf-Sieger Corentin Pottier (FRA) mit San Cloud’s Lucky (67,739 %) auf die Plätze zwei und drei.
Im Spécial war es dann der Franzose, der das Ranking mit 70,107 % anführte, während sich Diana Porsche und Dahoud hinter Julia de Ridder und Diamantinos (69,660 %) mit 68,830 % und Rang drei begnügen mussten.
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.