Für die Springprüfung nach Fehlern und Zeit über Hindernisse bis 1,50 m hatten sich 25 Reiterinnen und Reiter eingetragen. Mit dabei: Weltklasse von A bis Z. Im Kampf um den Sieg mischte auch ein österreichisches Paar kräftig mit: Katharina Rhomberg und Colestus Cambridge.
Mit ihrem Fünf-Sterne-Grand-Prix-Sieg in Versilia (ITA) vor zwei Wochen reisten die beiden mit mächtig viel Selbstvertrauen in die Soers. Das war ihnen auch anzusehen. Im Auftaktspringen am Freitag blieb das Duo in beiden Phasen souverän fehlerfrei, in der Qualifikation für den Großen Preis am Samstag zeigten sie erneut eine starke Leistung, auch wenn sich ein Abwurf als Spielverderber für einen Einzug ins Stechen erwies.
Am Sonntag gelang dann schließlich der Nuller – ein schneller noch dazu: Mit fehlerfreien 69,22 Sekunden reihte sich Rhomberg auf Rang vier ein, hinter Henrik von Eckermann (SWE), Erynn Ballard (CAN) und Christian Ahlmann (GER) und vor Größen wie Ben Maher (GBR), Scott Brash (GBR), Christian Kukuk (GER), Kevin Staut (FRA), Gilles Thomas (BEL) und Richard Vogel (GER) – um nur einige zu nennen.
Ein Traum wird wahr
Vogels große Stunde schlug ein paar Stunden später, als er sich mit United Touch S einen Lebenstraum erfüllte, indem er erstmals den Großen Preis von Aachen für sich entschied. Ein Triumph, der nicht nur an Prestige schwer wiegt, sondern auch beim Preisgeld. Denn neben 450.000 Euro Siegprämie kassierte Vogel weitere 500.000 Euro für seinen zweiten Sieg in Folge im Rolex Grand Slam. Im März hatte er die Dutch Masters gewonnen, in Spruce Meadows im September hat er nun als zweiter Reiter der Geschichte die Chance, Grand-Slam-Champion zu werden.
Die Entscheidung um den Sieg im Großen Preis fiel mit drei Paaren im Stechen. Sophie Hinners (GER) und Iron Dames Singclair eröffneten und legten eine fehlerfreie Runde hin. Danach ritt Richard Vogel ein und pulverisierte ihre Zeit – um mehr als sechs Sekunden.
Als Schlusspaar gingen der Argentinier José María Larocca und Finn Lente ins Stadion. Sie blieben ebenfalls fehlerfrei, konnten Vogel und United Touch mit ihren 47,36 Sekunden aber nicht gefährden.
„Ich bin sonst nicht so emotional. Doch Aachen ist mein absolutes Lieblingsturnier. Das Publikum feiert uns und gibt den Pferden und den Menschen wirklich Flügel. Sie feuern uns so sehr an. Das lässt auch die Pferde solche Spitzenleistungen bringen“, bedankte sich Richard Vogel beim Aachener Publikum.
Kühner überzeugt mit Cardi MT
Für Max Kühner und sein Erfolgspferd, den 15-jährigen DSP-Wallach Elektric Blue P, verlief die Generalprobe in der Soers enttäuschend. Mit acht Fehlerpunkten im Umlauf des Großen Preises und Rang 29 musste sich das Paar weit unter seinem Wert geschlagen geben.
Doch die nächste Generation wartet bereits auf ihre Chance: Mit der achtjährigen Cardi MT aus dem Besitz von Elisabeth Max-Theurer steht ein Pferd mit viel Potenzial in den Startlöchern. Das zeigte die Oldenburger Tochter des Conthargos in den Aachener Jungpferdeprüfungen. Am Freitag holte das Paar Rang fünf, am Folgetag belegten Kühner und Cardi hinter Janika Sprunger mit Victory Music Z und vor Richard Vogel mit United Call JPS Platz zwei.
Im Jungpferdefinale am Sonntag folgte bereits die nächste Nullrunde, zwei Abwürfe im Stechen reichten schließlich für Platz zehn. Insgesamt also eine sehr erfolgversprechende Bilanz für das Paar, von dem man in Zukunft sicherlich noch eine Menge hören wird.
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.