Der Große Preis von St. Gallen ist einer der prestigeträchtigsten Grands Prix Europas – und beinahe hätte Katharina Rhomberg hier am Sonntagnachmittag ihren zweiten Fünf-Sterne-Grand-Prix-Sieg innerhalb weniger Wochen gefeiert.
Nachdem sie am Freitag mit zwei Doppelnullrunden auf Cuma maßgeblich zum historischen zweiten Platz der österreichischen Nationenpreismannschaft im Gründermoos beigetragen hatte, setzte Rhomberg im Großen Preis auf ihr zweites heißes Eisen: den elfjährigen Westfalen Colestus Cambridge. Der springgewaltige Colestus-Nachkomme hat erst kürzlich mit seinem Sieg in Versilia und einem vierten Platz in Aachen gezeigt, dass er derzeit in absoluter Überform springt. Und das bestätigte er in St. Gallen.
48 Paare nahmen dieses Springen über Hindernisse bis 1,60 m und zwei Umläufe in Angriff, lediglich vier aus diesem Weltklasse-Starterfeld meisterten den Umlauf ohne Fehler. Mit von der Partie: Katharina Rhomberg und ihr Colli. Der Schimmel macht aktuell den Eindruck, als könnte ihn kein Parcours beeindrucken. Und auch seine Pilotin reitet nach den Erfolgen der vergangenen Wochen mit viel Selbstvertrauen im Gepäck. Das sieht man ihr einfach an. Die 14 Hindernisse mit ihren 17 Sprüngen bewältigte das Paar spielerisch. Gute Aussichten für Runde zwei.
Hier durften noch einmal die besten zwölf ran. Als Erste der vier Fehlerfreien des ersten Umlaufs gingen Pia Reich und PB Loewenherz ins Rennen. Die beiden ließen erneut alle Stangen liegen – Doppelnull. Landsmann Marcus Ehning machte mit Coolio vom Start weg ordentlich Tempo, dem Führungsduo nahmen die beiden fast fünf Sekunden ab und flogen nach fehlerfreien 46,08 Sekunden über die Ziellinie. Was für eine Vorgabe!
Sieger im Großen Preis von St. Gallen: Marcus Ehning (GER) und Coolio © petrillo serge\rs.petrillo@photoprod.ch
Katharina Rhomberg und Colestus Cambridge ließen sich von Ehnings Kampfansage nicht beeindrucken – und kamen ganz, ganz dicht dran. Bei 46,83 Sekunden blieb die Uhr stehen, auf der Anzeigetafel leuchtete erneut die Null für die 33-Jährige auf – Platz zwei hinter Ehning. Dabei blieb es auch, denn Schlussmann Marcus Westergren (SWE) kassierte diesmal mit seinem Aurco de l‘Esprit Z einen Abwurf und rutschte noch hinter Pia Reich, Kevin Staut (FRA) und Annelis Vorsselmans (BEL) auf den sechsten Rang.
Der zweite Platz in St. Gallen macht sich für Kathi Rhomberg nicht nur in Sachen Prestige und Weltranglistenpunkten bezahlt, auch finanziell schlägt dieser Erfolg gewichtig zu Buche: mit 100.000 Euro. Top-Leistung zahlt sich aus!
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.