Vielseitigkeit

Siegl-Festspiele in Wiener Neustadt

Ein Artikel von Pamela Sladky | 05.04.2026 - 20:01
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Lea Siegl und Van Helsing P anlässlich der Vielseitigkeits-EM 2025 in Blenheim © FEI/Benjamin Clark

19 Teilnehmer:innen hatten sich auf die Startliste der Kurzprüfung auf Vier-Sterne-Niveau eingetragen, fünf davon entfielen auf die Familie Siegl.

Nach ihrem erfolgreichen Saisonstart in Montelibretti mit Sieg und Platz drei hatte Lea vier Pferde nach Wiener Neustadt mitgebracht – und gleich drei davon mischten ganz vorne mit. Schon der Start in der Dressur gelang fulminant: 74,9 % mit Top-Pferd Van Helsing P bedeuteten eine Weltklasseleistung im Viereck – da konnte sich die 27-Jährige tatsächlich nur selbst gefährlich werden. Denn auch die zweit- und drittbeste Dressurleistung gingen auf ihr Konto: Der elfjährige Hannoveraner Dark Gambler verließ das Viereck mit 70,3 %, sein um vier Jahre älterer Stallkollege Watermill Giorgio wurde mit 68,3 % von der Jury bedacht.

Zufrieden mit seiner Dressur dürfte auch Harald Ambros gewesen sein. Die Dressur ist ja bekanntlich nicht die Lieblingsdisziplin seines Olympiapartners Vitorio du Montet. Doch der französische Wallach lieferte zum Saisonstart eine gute Runde ab, die ihm 66,2 % und den sechsten Zwischenrang hinter Staatsmeisterin Charlotte Dobretsberger mit Simsalabim MT (68 %) und Robert Mandl mit Chateau Gaillard (67,9 %) einbrachte.

Die Dressur mag nicht seine große Stärke sein, im Gelände hingegen fühlt sich Vitorio wie ein Fisch im Wasser. Das bewies der Selle Francais einmal mehr im Cross von Wiener Neustadt. Fehlerfrei an den Hindernissen und mit nur 2,8 Zeitstrafpunkten auf dem Konto lieferten Ambros und sein Wallach den besten Geländeritt dieser Vier-Sterne-Kurzprüfung. Damit machte das Paar ordentlich Boden gut und schob sich vor dem Springen auf Platz zwei vor.

Unangetastet an der Spitze behaupteten sich indes Lea Siegl und Van Helsing, die lediglich sechs Strafpunkte aus Zeitüberschreitung in Kauf nehmen mussten und damit als Führende in den Parcours ritten. Weiterhin auf Rang drei: Lea Siegl mit Watermill Giorgio RS, den sie in exakt derselben Zeit wie Van Helsing ins Ziel brachte. Auch in diesem Fall wurden sechs Zeitstrafpunkte addiert.
 

Siegl mal drei

Das Springen brachte die Entscheidung – und die hatte, wenig überraschend, wieder den Namen Siegl. Lea Siegl konnte sich mit Van Helsing sogar einen Abwurf leisten und blieb mit gesamt 35,10 Punkten dennoch unangetastet vorne. Dahinter schob sie sich mit Watermill Giorgio gleich noch selbst auf Rang zwei (37,7).

Anders bei Harald Ambros: Zwei Abwürfe ließen den Oberösterreicher auf den vierten Platz zurückrutschen (44,60). Das machte den Weg frei für den nächsten Siegl: Vater Harald nutzte die Gunst der Stunde, blieb mit der zehnjährigen Millennium-Tochter Monroe de Hus nach einer guten Geländerunde auch im Parcours souverän und komplettierte das Familienpodium (39,10).

Hinter dem besten Nicht-Österreicher, dem Italiener Alessio Proia auf Gatto Salta d’O (45,90) auf Platz fünf, reihte sich Lea Siegl noch einmal ein – diesmal mit Dark Gambler. Auch der Diacontinos-Sohn nahm die elf Hindernisse des 1,25-m-Parcours ohne Fehler.

Ebenfalls in den Top Ten: Charlotte Dobretsberger und Simsalabim MT. Sie schlossen die drei Phasen mit gesamt 55,20 Punkten auf dem neunten Rang ab.

Die 21-jährige Niederösterreicherin Magdalena Zellhofer brachte in Wiener Neustadt erfolgreich ihre erste Vier-Sterne-Prüfung ins Ziel. Im Sattel ihres Partbred-Arabers Kahoku meisterte sie den Cross ohne Hindernisfehler. Leider fielen im finalen Springen zwei Stangen – sonst wäre sich ein Top-Ten-Platz ausgegangen. So wurden es in Summe 61,40 Minuspunkte und Rang elf.

Dunst und Ambros auf dem Podest

An diesem Wochenende wurde in Wiener Neustadt auch eine Langprüfung auf Vier-Sterne-Niveau ausgetragen. Sechs Paare stellten sich dieser Herausforderung. Für Daniel Dunst endete sie mit einem Podestplatz: Mit seinem Westfalen Chevalier wurde er nach sauberen Runden im Gelände und im Parcours Dritter (44,80). Der Sieg ging mit Vanessa Bölting und Ready To Go NRW (40,10) nach Deutschland, das indische Duo Fouaad Mirza und Mokatoo belegte Rang zwei (42,40).

Gastgeber Roland Pulsinger verzichtete mit seinem Tiefenhof’s Lavalino vor dem Springen.

Im CCI3*-S lief es für den Veranstalter deutlich besser. Mit dem neunjährigen Holsteiner All in One lieferte Pulsinger den zweitbesten Geländeritt: fehlerfrei an den Hindernissen und nur zwei Zeitfehlerpunkte. Leider kam das Paar im Springen mit drei Abwürfen ins Ziel, was den zum Greifen nahen Podestplatz letztlich verhinderte. So wurde es Platz vier für das Paar.

Stark präsentierten sich Harald Ambros und sein Nachwuchspferd Constantin. Der elfjährige Oldenburger Wallach lieferte in allen drei Phasen gute Leistungen. Mit 44,70 Minuspunkten musste sich das Duo lediglich dem deutschen Siegerpaar Sophia Frank (GER) und Lord Locksly geschlagen geben (40,80).

Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier